{"id":4465,"date":"2016-10-10T16:30:16","date_gmt":"2016-10-10T14:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/quizzical-curie.5-35-241-109.plesk.page\/?page_id=4465"},"modified":"2021-03-01T10:50:18","modified_gmt":"2021-03-01T09:50:18","slug":"pruritus-juckreiz","status":"publish","type":"definition","link":"https:\/\/derma.plus\/en\/definition\/pruritus-juckreiz\/","title":{"rendered":"Pruritus (Juckreiz)"},"content":{"rendered":"<p>Juckreiz (=Pruritus) ist definiert als unangenehme Hautempfindung, die das Verlangen nach Kratzen oder Reiben ausl\u00f6st. Pruritus ist das Leitsymptom zahlreicher Hauterkrankungen, wie der atopischen Dermatitis, der Sonnenallergie, allergischen Kontaktdermatitiden, Schuppenflechte, bei Pilzerkrankungen, bakteriellen oder viralen Hautinfektionen sowie bei Laus- und Wurmbefall oder Kr\u00e4tze. Hierbei tritt in der Regel ein so genannter Pruritus cum materia auf, also Juckreiz, der mit sichtbaren Hautver\u00e4nderungen einhergeht. Auch bei Stress oder manchen systemischen Erkrankungen kann Juckreiz ein Symptom sein (Eisenmangel, Chronisches Nierenversagen, Lebererkrankungen mit Gallestau, Erkrankungen des Blutsystems, Stoffwechselst\u00f6runden\/endokrinologischen Erkrankungen wie Diabetes, Schilddr\u00fcsenerkrankungen, Tumoren der Prostata, Lunge, Bauchspeicheldr\u00fcse, Neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, <a href=\"https:\/\/derma.plus\/haut\/guertelrose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">G\u00fcrtelrose<\/a>), Angstzust\u00e4nde, Depression und Schizophrenie, Polycyth\u00e4mia vera, M. Hodgkin, Myeolodysplastisches Syndrom). Au\u00dferdem k\u00f6nnen auch einige Medikamente Juckreiz ausl\u00f6sen, der sehr heftig sein kann.<\/p>\n<p>Bis vor einigen Jahren ist man davon ausgegangen, dass das Empfinden von \u201eJuckreiz\u201c eine unterschwellige, milde Form der Schmerzwahrnehmung ist. Mittlerweile hat man jedoch herausgefunden, dass Juckreiz eine vom Schmerzempfinden unabh\u00e4ngige Wahrnehmung ist, die durch die Reizung spezieller Nerven in der Haut ausgel\u00f6st wird. Je nachdem, durch welchen Botenstoff die Nervenreizung ausgel\u00f6st wird, unterscheidet man reines Jucken von brennendem, stechendem oder kribbelndem Jucken. Dauerhaftes Jucken kann unter Umst\u00e4nden auch durch eine Besch\u00e4digung der Nervenbahnen oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems entstehen.<\/p>\n<p>Das Juckempfinden kann durch psychische Faktoren verst\u00e4rkt werden. Au\u00dferdem bildet sich bei lang anhaltendem Juckreiz unter Umst\u00e4nden ein \u201eJuckreiz-Ged\u00e4chtnis\u201c aus (\u00e4hnlich dem Schmerzged\u00e4chtnis). In diesen F\u00e4llen wird die Schwelle f\u00fcr Juckreizempfindungen gesenkt und die Patienten nehmen das Jucken extremer wahr als Personen ohne Juckreiz-Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Der medizinische Fachbegriff f\u00fcr Juckreiz lautet Pruritus.<\/p>\n<p>Bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Kratzen kommt es durch Zerst\u00f6rung der Hautbarriere h\u00e4ufig zu bakteriellen Sekund\u00e4rinfektionen, die das Krankheitsbild verschlimmern und die Diagnose der urs\u00e4chlichen Erkrankung erschweren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Ursachenkl\u00e4rung des Pruritus erfordert in der Regel eine sorgf\u00e4ltige Erfassung des Vorberichtes (Anamnese), eine gr\u00fcndliche klinische Untersuchung und je nach Verdachtsdiagnose unterschiedliche weiterf\u00fchrende Untersuchungen (Laboruntersuchungen, Ultraschall-Untersuchung oder CT des Bauchraumes, R\u00f6ntgen des Thorax).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juckreiz (=Pruritus) ist definiert als unangenehme Hautempfindung, die das Verlangen nach Kratzen oder Reiben ausl\u00f6st. 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