{"id":4485,"date":"2016-10-10T17:08:50","date_gmt":"2016-10-10T15:08:50","guid":{"rendered":"https:\/\/quizzical-curie.5-35-241-109.plesk.page\/?page_id=4485"},"modified":"2021-03-01T10:50:22","modified_gmt":"2021-03-01T09:50:22","slug":"virus","status":"publish","type":"definition","link":"https:\/\/derma.plus\/en\/definition\/virus\/","title":{"rendered":"Virus"},"content":{"rendered":"<p>Viren (Einzahl: das Virus) sind Krankheitserreger, die f\u00fcr ihre Vermehrung auf geeignete Wirtszellen angewiesen sind. Hierbei k\u00f6nnen sie unterschiedlichste Wirtsorganismen befallen (Pflanzen, Pilze, Tiere, Menschen und Bakterien). Da ihnen wichtige Zellbestandteile fehlen (Viren sind lediglich Partikel, keine Einzeller), sind Viren zu keinerlei eigenst\u00e4ndigen Stoffwechselvorg\u00e4ngen f\u00e4hig. Aus diesem Grunde ist bis heute nicht einheitlich gekl\u00e4rt, ob es sich bei Viren um \u201eLebewesen\u201c handelt. Sie tragen in sich lediglich die Erbinformationen (DNS oder RNS), die f\u00fcr den Aufbau ihrer Bestandteile und so f\u00fcr ihre Vermehrung notwendig sind. Diese schleusen sie auf unterschiedlichen Wegen in den Stoffwechsel der befallenen Wirtszelle ein und veranlassen diese dazu, als \u201eVirenproduktionsfabrik\u201c f\u00fcr sie arbeiten.<\/p>\n<p>Die Infektion einer Wirtszelle mit einem Virus l\u00e4sst sich in vier Phasen einteilen.<\/p>\n<ol>\n<li>Adsorption:<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Virus haftet sich mit Hilfe bestimmter Oberfl\u00e4chenmolek\u00fcle an die entsprechend passenden Oberfl\u00e4chenmolek\u00fcle auf der Wirtszelle an. In der Regel werden dadurch in der Wirtszelle eine Reihe von Vorg\u00e4ngen ausgel\u00f6st, die zu einem Einst\u00fclpen der Zelloberfl\u00e4che und so zur Aufnahme des Virus f\u00fchren (Endocytose). Auf diesem Wege gelangt das Virus innerhalb eines so genannten Endosoms in die Zelle.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Uncoating<\/li>\n<\/ol>\n<p>Beim so genannten uncoating (\u201eEnth\u00fcllen\u201c) entledigt sich das Virus, nachdem es sich dank bestimmter Proteinstrukturen aus der Endosomenh\u00fclle befreit hat, seiner Virush\u00fcllen. So wird das Erbmaterial des Virus frei und kann entweder direkt von der Wirtszelle als Vorlage f\u00fcr die Virenproduktion genutzt werden, oder es wird \u00fcber komplexe Vorg\u00e4nge in die DNS der Wirtszelle eingebaut und von dort als Vorlage abgelesen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Phase der Genexpression \/ Morphogenese<\/li>\n<\/ol>\n<p>Genexpression bedeutet, dass anhand der Information der Virus-DNS (Gensequenz) die Eiwei\u00df-Bestandteile f\u00fcr den Aufbau neuer Viren hergestellt werden (Proteinbiosynthese). Die Morphogenese beschreibt die Entstehung der kompletten Viren.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Zell-Lyse\/Virusknospung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der letzte Schritt der Virusinfektion einer Zelle ist die Freisetzung der fertigen Viren aus dem Zellinneren. Dies kann generell auf zwei Wegen geschehen: Bei der Zell-Lyse (griech. lysis = Aufl\u00f6sung) setzen die Viren bestimmte Enzyme frei, die zu einer Aufl\u00f6sung der Wirtszell-Membran f\u00fchren und so eine Freisetzung erm\u00f6glichen. Die Wirtszelle geht bei diesem Vorgang unter. Bei der Virus-Knospung (auch: budding) l\u00e4uft die in Phase 1 beschriebene Endocytose quasi r\u00fcckw\u00e4rts ab. Die Viren behalten bei diesem Vorgang eine H\u00fclle aus Zellmembran, die sie vor Angriffen des Immunsystems sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Symptome einer Virusinfektion werden durch die Ver\u00e4nderungen der befallenen Zellen oder durch ihre Zerst\u00f6rung ausgel\u00f6st und sind entsprechend gepr\u00e4gt durch das jeweils befallene Organ(system).<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung der Viren kann auf vielen unterschiedlichen Wegen stattfinden, z.B. \u00fcber die Luft (Tr\u00f6pfcheninfektion, klassisch wenn man z.B. von einer Person mit Grippe angehustet wird), \u00fcber den Kontakt mit Oberfl\u00e4chen, die zuvor ein Virustr\u00e4ger ber\u00fchrt hat oder auch \u00fcber Insekten, \u00fcber die Injektion mit virusbelasteten Spritzen o.\u00e4.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr zahlreiche Viruserkrankungen durch eine Impfung eine aktive Erkrankung vermieden werden kann, ist die\u00a0Therapie einer einmal ausgebrochenen\u00a0Viruserkrankungen h\u00e4ufig schwierig und stellt die Medizin immer wieder vor schwierige Aufgaben, da sie nicht wie Bakterien durch Antibiotika abget\u00f6tet werden k\u00f6nnen. Die einzige M\u00f6glichkeit besteht im Einsatz sogenannter Virostatika, also von Medikamenten, die eine Virusvermehrung hemmen. Die Medikamente k\u00f6nnen hierbei entweder ein Eindringen der Viren in die Wirtszelle oder das Austreten der neuen Viren aus der Zelle verhindern oder in den Stoffwechsel der Wirtszellen so eingreifen, dass die Virusvermehrung benachteiligt wird. Da die Wirkstoffe hierbei zwangsl\u00e4ufig in die empfindlichen Prozesse der K\u00f6rperzellen eingreifen, ist das Nebenwirkungsrisiko vieler Virostatika relativ gro\u00df. Au\u00dferdem sind die Vermehrungsstrategien der Viren auf biochemischer Ebene sehr vielf\u00e4ltig, sodass keine \u201eBreitband-Virostatika\u201c existieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viren (Einzahl: das Virus) sind Krankheitserreger, die f\u00fcr ihre Vermehrung auf geeignete Wirtszellen angewiesen sind. 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