Unbeliebte Urlaubsmitbringsel: Geschlechtskrankheiten | derma.plus

Unbeliebte Urlaubsmitbringsel: Geschlechtskrankheiten

Sommerurlaub Hautkrankheiten
Unbeliebte Urlaubsmitbringsel: Hautkrankheiten
13. August 2019

Unerwünschte Souvenirs: Diese Geschlechtskrankheiten warten im Urlaub

Rund 70 Millionen Urlaubsreisen haben die Deutschen im letzten Jahr unternommen. So groß die Vorfreude ist, so schnell trübt sich die Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres, wenn Patienten bemerken, dass sie sich im Ausland eine lästige Geschlechtskrankheit eingefangen haben. Regelmäßig nach der Ferienzeit diagnostizieren Gynäkologen, Urologen und Hausärzte auffällig viele Infektionen. Einige können gut behandelbar und harmlos sein, wie zum Beispiel Chlamydien, andere können dagegen zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen, wie eine Infektion mit dem HI-Virus.

Gemeinsam mit den Experten von Spring wollten wir herausfinden, welche Geschlechtskrankheiten im Ausland weit verbreitet sind und haben dafür die Gesundheitsdaten über Krankheiten und Erreger wie Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, HPV, HIV, Hepatitis und Genitalherpes ausgewertet.

 

Chlamydien

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Die Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis gehört zu den in Deutschland am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten. Am stärksten sind Jugendliche und junge Erwachsene betroffen, die sich beim ungeschützten Sex anstecken. Die Folgen sind Juckreiz im Genitalbereich und ungewöhnlicher Ausfluss. Mitunter zeigt die Infektion aber auch gar keine Symptome, was die Verbreitung begünstigt. Früh erkannt, sind Chlamydien gut mit einem Antibiotikum behandelbar.
Bleiben sie dagegen unerkannt, können sie bei Frauen Unfruchtbarkeit und schwerwiegende Entzündungen in der Beckenregion verursachen.

ErregerChlamydia trachomatis
Übertragungungeschützter Sex, Schmierinfektion, Kontakt mit infizierter Schleimhaut
VerbreitungGroßbritannien, Frankreich, Niederlande, Spanien, USA, afrikanische Länder und in der Karibik
Symptomeungewöhnlicher Ausfluss, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex, Juckreiz an den Genitalien

 

Gonorrhö

Das Bakterium, das besser unter dem Namen Tripper bekannt ist, ist die weltweit am häufigsten auftretende sexuell übertragbare Krankheit. Schätzungsweise 87 Millionen Fälle von Gonorrhö treten jährlich auf. Während bei Männern häufig spürbare Beschwerden, wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Sex und Juckreiz auftreten, bleibt der Tripper bei Frauen oft lange unentdeckt.
Ohne Behandlung verursacht das Bakterium Entzündungen und Unfruchtbarkeit.

 

ErregerNeisseria gonorrhoeae
Übertragungungeschützter Sex, Kontakt mit infizierten Schleimhäuten
Verbreitungweltweit, Schwerpunkte im skandinavischen Raum, Großbritannien, Irland, Spanien, Tschechien, Ungarn, Malta
Symptomeungewöhnlicher Ausfluss, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex, Juckreiz an den Genitalien, Halsschmerzen nach dem Oralsex

 

Syphilis

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Kaum eine Geschlechtskrankheit hat solch ein diverses Krankheitsbild wie die Syphilis. Bleibt das verursachende Bakterium über längere Zeit im Körper bahnt es sich über drei verschiedene Stadien den Weg ins Blut und befällt schlussendlich die Organe und das Gehirn. Ersichtlich wird die Syphilis über kleine, schmerzlose Knötchen, die sich rund um die Infektionsstelle bilden. Später kann es Fieber, Gelenkschmerzen und Gewichtsverlust verursachen.
In Mitteleuropa steigen die Ansteckungszahlen in den letzten Jahren rasant. Am stärksten sind homosexuelle Männer betroffen.

ErregerTreponema pallidum
Übertragungungeschützter Sex, Kontakt- und Schmierinfektion
Verbreitungweltweit, Schwerpunkte in Deutschland, Großbritannien, Island, Malta, Spanien, Südosteuropa, afrikanische Länder und Nordamerika
Symptomeschmerzlose Knötchen an den Genitalien, später Hautausschlag and Handflächen und Fußsohlen, geschwollene Lymphknoten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Gewichtsverlust, Organentzündungen

 

„Ganz gleich, ob Tripper, Syphilis, HIV, Genitalherpes, HPV oder etwas anderes: Besser ist, man bekommt diese ansteckenden Geschlechtskrankheiten nicht. Prävention hat im Falle dieser Krankheiten oberste Priorität. Ob eine wirkvolle Impfung, wie im Falle von HPV, oder das Prinzip Safer Sex mit Kondomen, junge Männer und Frauen sollten auch im Urlaub die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Geschlechtskrankheiten können einfach und sicher vermieden werden.“ – Prof. Dr. Christian Wülfing, Chefarzt der Urologie in der Asklepios Klinik Altona und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

 

Humane Papillomviren und Feigwarzen

Die sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV) existieren in mehr als 150 verschiedenen Ausführungen. Während einige Arten die sogenannten Feigwarzen, kleine braune Knötchen in der Genital- oder Analregion entstehen lassen, können andere u.a. Gebärmutterhalskrebs auslösen. Oft geht eine Infektion aber auch ohne Beschwerden einher und klingt von alleine wieder ab. Gegen HPV können sich junge Frauen und Männer impfen lassen. Im besten Fall bevor sie sexuell aktiv werden. Die Impfquote lag in Deutschland zuletzt bei 42 % der Mädchen unter 17 Jahren.

 

ErregerHumane Papillomviren
Übertragungungeschützter Sex, Kontakt der Schleimhäute mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Hautschuppen
Verbreitungweltweit, 80 % aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV
SymptomeNiedrigrisiko-HPV-Typen - einzelne oder in Gruppen auftretende Knötchen (Feigwarzen); Hochrisiko-HPV-Typen - erhöhtes Karzinom-Risiko

 

Seitdem die Ständige Impfkommission im letzten Jahr die HPV-Impfung für Jungen zwischen 9 und 17 Jahren empfohlen hat, verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Urologie ein deutlich erhöhtes gesellschaftliches Interesse an dieser Thematik. Vielen Jugendlichen und Eltern ist klar geworden, dass die HPV-Impfung einige Krebserkrankungen verhindern kann. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen, da sie einen großen Beitrag zur Jugendgesundheit leistet, und muss weiter vorangetrieben werden!“ – Prof. Dr. Christian Wülfing, Chefarzt der Urologie in der Asklepios Klinik Altona und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

 

HIV

Eine Ansteckung mit dem HI-Virus muss heute, bei entsprechender Behandlung, nicht mehr tödlich verlaufen, heilbar ist die Infektion dennoch nicht. Wenige Wochen nach der Ansteckung kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen, ansonsten bleibt das Virus aber oft jahrelang unerkannt. Erst wenn das Immunsystem so schwer geschädigt ist, dass es andere Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann, nennt man das tödlich verlaufende Stadium AIDS. Etwa 90.000 HIV-positive Menschen leben aktuell in Deutschland. In ganz Europa sind schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen infiziert, etwa zehnmal weniger Menschen als in Afrika.

 

ErregerHumane Immundefizienz-Viren
Übertragungungeschützter Sex, Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten
VerbreitungSüdliches Afrika mit Schwerpunkten in Botswana, Südafrika, Lesotho und Simbabwe, USA mit Schwerpunkten in Südkalifornien, Florida, Georgia, South Carolina und New York, Indien, Brasilien
Symptomein den ersten Wochen grippeähnliches Krankheitsgefühl, Fieber, Durchfall, Lymphknotenschwellungen, später Immunschwäche

 

Hepatitis

Egal, ob A, B oder C, bei Hepatitis handelt es sich einen Virus, der zu einer Entzündung der Leber führt. Ansteckungsgefahren lauern beim Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten, wie Sperma, Scheidenflüssigkeit und sogar Speichel. Während Hepatitis A oft unbemerkt bleibt und auch von allein wieder abheilt, können Hepatitis B und C mitunter chronisch werden und schwere gesundheitliche Probleme, wie Leberzirrhose oder Leberkrebs, verursachen. Die bekannte Gelbsucht bricht nur selten aus, üblicher sind grippeähnliche Symptome, Übelkeit und Bauchschmerzen. Gegen Hepatitis A und B kann man sich verlässlich impfen lassen, nichtsdestotrotz fangen sich weltweit jährlich 257 Millionen Menschen mit Hepatitis B-Viren ein.

 

ErregerHepatitis Viren
Übertragungdurch Kot verunreinigtes Trinkwasser, Kontakt- und Schmierinfektionen
VerbreitungSüdosteuropa, Südostasien, Afrika, pazifische Inseln
Symptomekörperliche Schwäche, Appetitlosigkeit, Fieber, Übelkeit

 

Genitalherpes

Das Herpesvirus lässt sich sehr leicht durch Schmier- oder Kontaktinfektionen weitergeben. In der Akutphase treten häufig brennende und schmerzende Bläschen auf, die mit Wasser gefüllt sind. Sie kommen am Mund, im Rachenraum, an den Schamlippen, am Penis und am After vor. Grundsätzlich hat der Herpes keine gesundheitlichen Folgen. Sie Infektion verheilt meist von selbst, kann aber ein Leben lang immer wieder auftreten, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

 

ErregerHerpes simplex
Übertragungungeschützter Sex, Küsse, Kontakt- und Schmierinfektion
Verbreitungbesonders in Europa, Afrika, Asien, Australien
Symptomejuckende, schmerzende Bläschen, Fieber, Muskelschmerzen

 

Letzte Aktualisierung am 13.08.2019