Keratoma sulcatum – Grübchen an den Fußsohlen

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Zahlreiche Grübchen im Bereich der Fußsohlen – Keratoma sulcatum

Das Keratoma sulcatum (englisch: pitted keratolysis, abgeleitet von pit: Grube, Grübchen) ist eine nicht entzündlichebakterielle Hauterkrankung. Sie wird überwiegend durch gram-positive Korynebakterien (Bakterienfamilie: Corynebacteriaceae) verursacht. Es handelt sich hierbei um eine häufige Hauterkrankung – bei 6% der insgesamt untersuchten 300 Personen, die sich mit Hautproblemen im Bereich der Hände und Füße vorstellten, konnte ein Keratoma sulcatum diagnostiziert werden.

Eine verstärkte Feuchtigkeitsansammlung, insbesondere bei längerem Tragen okklusiven Schuhwerks, ist ein relevanter Auslösefaktor. Ein Keratoma sulcatum ist häufig mit einer Hyperhidrosis plantaris (Schweißfüße) vergesellschaftet.

Das Zusammenspiel von feuchten Füßen und geschlossenem Schuhwerk bietet den Bakterien ein hervorragendes Milieu um sich zu vermehren. Die oberste Hautschicht quillt auf und die proteolytisch wirkenden Enzyme der Korynebakterien lösen diese auf. Die daraus resultierenden Hautveränderungen finden sich an den Fußsohlen, hier v.a. an den druckbelasteten Arealen wie Fersen und Vorderfüßen, und zeigen sich in Form von kraterartigen Einsenkungen. Im weiteren Verlauf können die kleinen punktförmigen Hautdefekte zu unregelmäßig begrenzten erosiven Arealen zusammenfließen. Beschwerden fehlen häufig. Gelegentlich wird über Brennen und Schweißgeruch berichtet.

derma.plus Expertenwissen: Proteolytische Enzyme
Proteolyse ist der Fachausdruck für die Spaltung von Proteinen, sprich den Eiweißabbau. Poteolytisch wirkende Enzyme sind demnach eiweißspaltende Enzyme und werden unter dem Begriff Proteasen zusammengefasst. Sie sind in der Lage die Peptidbindungen zu spalten (hydrolysieren) und damit Proteine in ihre Einzelteile (z.B. Aminosäuren oder kleinere Peptidketten) zu zerlegen. 

Die bakterielle Hauterkrankung wird topisch mit Antibiotika, wie Fusidinsäure oder Mupirocin, behandelt. Alternativ ist auch eine topische Behandlung mit dem Antimykotikum Miconazol möglich. Bei Vorliegen einer Hyperhidrosis ist diese entsprechend zu behandeln.

 

Tipp: Wenn Sie unter Schweißfüßen oder stark riechenden Füßen leiden, tragen Sie am besten Socken aus natürlichen Materialien, wie z.B. Baumwolle oder Bambus. So kann nicht nur die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert werden, sondern Sie können die Socken auch bei 60 Grad waschen – so vermindern Sie die Bakterien- und/oder Pilzlast. Vermeiden Sie zudem Hitze- und Feuchtigkeitsstau im Schuh. Ziehen Sie so oft wie möglich Ihre Schuhe aus und tragen Zuhause offene Hausschuhe oder gehen ganz Barfuß. Achten Sie beim Schuhkauf auf atmungsaktives, wasserdichtes Schuhwerk.

 

Keratoma sulcatum – Grübchen an den Fußsohlen
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Literatur


 

Letzte Aktualisierung am 01.09.2017