Kurzzeitdesensibilisierung bei Patienten mit Sonnenallergie | derma.plus

Erfolgreiche Kurzzeitdesensibilisierung bei Patienten mit Sonnenallergie

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Was ist Sonnenallergie (polymorpher Lichtdermatose)?

Die polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste Hauterkrankung, die durch Sonnenlicht verursacht wird. Es erkranken v.a. Personen in den ersten 3 Lebensjahrzehnten, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer.
Für viele Betroffene ist das Meiden von Sonne und bei Sonnenexposition das Auftragen von Sonnenblockern ausreichend. Insbesondere die äußerliche Anwendung eines UV-Schutzes mit dem Zusatz des antioxidativ wirksamen Farnextraktes Polypodium leuctomas und seiner gleichzeitigen oralen Einnahme sich als besonders effektiv in der Vermeidung einer Sonnenallergie erwiesen.

Kurzzeitdesensibilisierung bei Sonnenallergie

Reicht diese Behandlung nicht zur Erzielung einer Erscheinungsfreiheit aus, ist die Desensibilisierung mit UVB-Licht, das sog. Hardening, eine häufig in der dermatologischen Praxis eingesetzte Therapieform. Der exakte Mechanismus, wie die Belichtung der Haut mit UVB die Sonnenallergie unterdrücken kann, ist bis heute nicht bekannt. Die verstärkte Pigmentierung der Haut, eine Verdickung der Epidermis, insbesondere der Hornschicht, eine Unterdrückung des Immunsystems sowie eine Erhöhung der Zahl der regulatorischen T-Zellen werden für den Erfolg der Belichtung verantwortlich gemacht. UVB der Wellenlänge 311 (+/- 2) nm, das sogenannte Schmalspektrum UVB (NB UVB 311) ist heute die international empfohlene Wellenlänge für das Hardening. Die Durchführung des Hardenings hinsichtlich der Anzahl der Belichtungen und des Zeitraums variiert sehr stark zwischen verschiedenen Zentren.

Sonnenallergie polymorphe Lichtdermatose Hardening UVB Kurzzeitdesensibilisierung

Abb.: Das verwendete erfolgreiche Kurzzeitprotokoll zum Hardening bei polymorpher Lichtdermatose.

Eine spanische Arbeitsgruppe veröffentlichte ein Therapieprotokoll, das eine Belichtung an 2 Tagen der Woche über einen Zeitraum von 4 Wochen vorsah, wobei die Intensität der Bestrahlung bei jeder Sitzung um 20% gesteigert wurde (Abb.). 15 Personen mit einer Sonnenallergie wurden nach dem Schema behandelt, das während der Monate März bis Juni durchgeführt wurde. Da einige Personen diese Behandlung in 2 aufeinanderfolgenden Jahren durchführten, konnten insgesamt 24 Desensibilisierungstherapieen hinsichtlich ihres Erfolges ausgewertet werden. 21 Desensibilisierungsbehandlungen waren erfolgreich, d.h. bei den Betroffenen kam es nicht zum Auftreten einer Sonnenallergie in den Sommermonaten. Ein Zusammenhang zwischen dem Monat der Durchführung des Hardenings (März-Juni) und dem Ansprechen auf die Behandlung bestand nicht.

Das vorgestellte Kurzzeitdesensibilisierungsprotokoll kann mit einer sehr geringen Zahl von Belichtungen in kurzer Zeit erfolgreich Patienten mit einer Sonnenallergie eine Erscheinungsfreiheit ermöglichen und ist auch vor Antritt eines Urlaubs mit hoher UV-Exposition für Sonnenallergiker als Präventionsmaßnahme geeignet. Die Behandlung muss jedes Jahr aufs Neue durchgeführt werden, da der Körper in der sonnenarmen Jahreszeit den Schutz verliert.

Erfolgreiche Kurzzeitdesensibilisierung bei Patienten mit Sonnenallergie
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Literatur


 

Letzte Aktualisierung am 11.01.2018