Richtige Pflege und Maßnahmen bei trockener Haut

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Richtige Pflege und Maßnahmen bei trockener Haut

Wenn die Haut an Feuchtigkeit und Vitalität verliert, spricht man von trockener Haut. Normalerweise ist das größte Organ unseres Körpers dazu fähig, einen solchen Verlust auszugleichen. In vielen Fällen passiert dies jedoch leider nicht.
Der Fachausdruck für trockene Haut ist Xerose oder Xerodermie. Eine Ursache stellt die Unterfunktion der Talgdrüsen dar. Eine verminderte Talgproduktion wird als Sebostase, abgeleitet vom lateinischem Begriff sebum (=Talg) und dem griechischem Wort stasis (=Stauung) bezeichnet, das Gegenteil wäre eine vermehrte Talgabsonderung, die dann Seborrhö genannt werden würde.

Mit Abstand häufigste Ursache für eine Sebostase ist das Alter. Die immer weiter sinkende Ausschüttung von Androgenen (Sexualhormonen) wird dafür verantwortlich gemacht. Aber auch Gene spielen dabei eine wichtige Rolle. Vor allem rothaarige und blonde Menschen, also der eher keltische Hauttyp, neigen durch genetische Veranlagung eher zu trockener Haut. Weitere Informationen zu durch Hautkrankheit bedingten Ursachen haben wir in unserem Journalbeitrag „Ist eine trockene Haut ein Anzeichen für Krankheiten?“ zusammengefasst.

 

Was sollte man bei der Reinigung trockener Haut beachten?

Allgemein gilt, dass man eher sparsam mit den Reinigungsmitteln umgehen sollte. Außerdem sollten die zu reinigenden Hautareale nach der Reinigung gründlich abgespült werden, um Rückstände auf der Haut zu vermeiden.

Statt Seifen sollten milde Tenside verwendet werden. Diese sind leicht anhand der Angabe der Inhaltsstoffe zu finden: Stoffe wie Betaine, Kollagentenside und Alkylpolyglycoside sind häufig dabei. Oft werden den Tensiden auch Fette zugesetzt, was sich durch den Rückfettungseffekt günstig auf trockene Haut auswirkt. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Produkte einen hautneutralen pH-Wert (zwischen 5,5 und 5,9) haben. Parfüme, gekennzeichnet als Fragrance (Parfum), und Konservierungsstoffe in den Inhaltsstoffen sollten vermieden werden, da trockene Haut gegenüber diesen Stoffen überempfindlich reagiert.

Personen mit trockener Haut sollten höchstens einmal täglich kurz und nicht zu heiß, also nicht über 36°C, mit rückfettenden Duschgels duschen. Noch besser wäre es, nur jeden zweiten Tag zu duschen. Nach dem Kontakt mit Wasser eignet sich vor allem eine Creme auf Öl-in-Wasser (O/W) oder Wasser-in-Öl (W/O) Basis. Trockene und heiße Saunagänge, die der Haut Feuchtigkeit entziehen, sollten gemieden werden.

Darüber hinaus sind nach längerem Wasserkontakt die Zehenzwischenräume anfälliger für Pilzbefall. Vor allem die Kombination von Sportschwimmen, bei dem man sich lange im Wasser aufhält, und trockener Haut sind oft mit Hautproblemen assoziiert. Daher ist heftiges Rubbeln, zum Beispiel beim Abtrocknen, hier unpassend.

 

Welche allgemeinen Maßnahmen kann man noch ergreifen?

Ein weiterer Punkt ist beispielsweise enge Kleidung, die der Haut nicht genügend Raum zum Atmen gibt, sodass sie vermehrt schuppt und juckt. Auch die chemischen Zusätze in den Textilmaterialien können reizen. Bei Putz-, Reinigungs- und Waschmittel oder Ähnlichem ist auf entsprechende Bedeckung der Haut zu achten, besonders bei beruflich bedingtem, wiederholten Kontakt mit den Stoffen.

Ist die Hautbarrierefunktion gestört, wie beispielsweise bei Psoriatikern, Atopikern oder Menschen mit Hautekzemen oder gerade jetzt in der Winterzeit, können ureahaltigen Pflegeprodukte die Symptomatik, z.B. Juckreiz oder Schuppung, deutlich verbessern. Denn Urea (Harnstoff) dringt in die oberste Hautschicht (Epidermis) ein und verbessert die Feuchtigkeitsbindung.

Zu wenig trinken zusammen mit übermäßigem Schwitzen, wie es beim Sport oder im Sommer der Fall ist, kann sich ebenso als trockene Haut ausdrücken. Durch den Mangel an Flüssigkeit ist sie gerötet, spannt und wird faltig. Hier hilft es, vor der sportlichen Betätigung oder bevor man das Haus im Sommer verlässt, viel zu trinken. Besonders ältere Menschen haben oft mit einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr zu kämpfen, unter anderem weil das Durstgefühl vermindert ist. Auch Alkohol hat einen wesentlichen Einfluss, da ein kleiner Teil über die Schweißdrüsen abgebaut wird. Deshalb schwitzen Alkoholtrinker stärker, es kann dann zu einer Austrocknung der Haut kommen.

Zuletzt sollte auch, wie man es so oft zu hören bekommt, auf das Rauchen verzichtet werden, da der Tabakkonsum erheblichen Einfluss auf die Hautfeuchtigkeit hat. Vielraucher zeigen schon verfrüht feine Falten, die Gesichtshaut wirkt blass und trocken. Aber auch psychischer Stress gehört zu den bekannten Faktoren, die zusammen mit den vorher genannten Punkten vermieden werden können, um eine frische, glänzende Haut zu erreichen.

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Letzte Aktualisierung am 26.11.2017