Weißer Hautkrebs auf dem Vormarsch | derma.plus

Aufklärung kann Leben retten: Heller Hautkrebs auf dem Vormarsch

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Unzureichende Hautkrebsaufklärung an deutschen Schulen

In Deutschland erkranken jährlich 220.000 Menschen an hellem Hautkrebs (escf-network.eu/en/). Bei einer frühen Diagnose ist diese Krebsart relativ gut therapierbar. Aus diesem Grund sollten aktinische Keratosen als mögliche Vorstufen des bösartigen Plattenepithelkarzinoms möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Das mobile Marktforschungsunternehmen Appinio hat für derma.plus über 1000 junge Erwachsene zwischen 14 und 35 Jahren befragt, ob sie in ihrer Schulzeit zu dem Thema Risiken und Prävention von Hautkrebs informiert wurden. Die Frage konnte nur von 28 % aller Teilnehmer bejaht werden, was den massiven Rückstand der Aufklärung in den Schulen aufzeigt. Dabei ist die Kindheit und Jugend die kritische Phase, denn 50 % unserer Sonnenexposition gemessen bis zu dem 60. Lebensjahr wird bereits in einem Alter bis zu 20 Jahren erreicht. In den ersten 18 Lebensjahren werden die Segel gesetzt für Hautschädigungen, die später zu Krebs führen können, als auch für den Alterungsprozess der Haut (wiki.cancer.org.au/skincancerstats/).

 

Präventionsmaßnahmen zu hellem Hautkrebs

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung beider Hautkrebsarten ist, neben genetisch bedingten Faktoren wie dem Hauttyp, in erster Linie eine übermäßige Sonnenbestrahlung der Haut. Hier findet sich jedoch ein entscheidender Unterschied:
Während für die Entstehung des schwarzen Hautkrebses insbesondere kurze, aber extreme UV-Strahlenbelastung (also der klassische Sonnenbrand) mitverantwortlich gemacht werden, fördern mäßige, dafür aber jahrzehntelange UV-Strahlenbelastungen die Entstehung der weißen Hautkrebstypen. Vorbeugend ist in beiden Fällen also ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sonnenbestrahlung. Insbesondere von Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit viel unter freiem Himmel bewegen, sollte konsequent und regelmäßig ein Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 20 oder mehr aufgetragen werden. Die Kenntnis über diesen negativen UV-Einfluss auf die Haut, und die dadurch induzierte Entwicklung von Karzinomen bei Menschen mit stark Sonnenlicht exponierten Berufen hat kürzlich sogar konsequenterweise zur Anerkennung dieser Tumorerkrankungen als Berufskrankheit geführt. Tortzdem muss in Sachen Aufklärung von Hautkrebs noch viel getan werden.

Bei Kindern unter 15 Jahren sollten  besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, da die jugendliche Haut deutlich empfindlicher gegenüber der UV-Belastung ist und das Risiko für Sonnenbrände entsprechend höher.

Durch Aufklärungsaktionen von Ärzten und einer verbesserten Rezeptur von Sonnenschutzmitteln ist die Tendenz des Krankheitsausbruchs seit einigen Jahren jedoch rückläufig. Seit dem 13. September 2011 findet zudem jährlich der „Tag des weißen Hautkrebs“ statt, um das Bewusstsein für die Krankheit zu stärken und die Therapiemöglichkeiten zu verbessern.

Die Aufklärungsarbeit beim Hautkrebs und natürlich auch das verbesserte Angebot an Sonnenschutzmitteln zeigt durchaus seine Wirkung: laut Statista fiel die Zahl der Deutschen, die gar keine Sonnencreme benutzen seit 2010 von 23,7 auf 18,83 Millionen.

Eine Studie des Statistischen Bundesamtes besagt dennoch, dass die Rate der in deutschen Krankenhäusern erfassten Patienten mit der Diagnose „Weißer Hautkrebs“ zwischen den Jahren 2004 und 2014 um 57% gestiegen ist. Entsprechend stieg die Rate der jährlichen Neuerkrankungen von 2,14% im Jahr 2005 auf 7,11 % im Jahr 2014. Im Gegensatz dazu sanken die Zuwachsraten der jährlichen Neuerkrankungen an „Schwarzem Hautkrebs“ von 14,06% in 2005 auf ca. 3% in 2014.

hautkrebs steigt trotz aufklärung

Verlauf der Hautkrebspatientenentlassungen nach vollstationärer Behandlung zwischen 2004 und 2014.

 

Eine Erklärung für diese Tendenz könnte laut dem Dermatologen Prof. Hartwig Mensing sein, „dass durch das gesetzlich verankerte Hautkrebs-Screening, Vor- bzw. Frühstadien der malignen Melanome frühzeitig erkannt werden. Die Zunahme der Basalzellkarzinome (Basaliome), aktinischen Keratosen und spinozellulären Karzinome (Spinaliome) ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Bevölkerung deutlich älter wird, und diese Tumore überhaupt erst erlebt werden.“

Unter der Bezeichnung „weißer“ oder auch „heller Hautkrebs“ fasst man die  häufigen Basalzellkarzinome, die spinozellulären Karzinome und Frühstadien  letzterer (Aktinische Keratosen), sowie die sehr seltenen Tumoren der Talg- und Schweißdrüsen zusammen.
Der helle Hautkrebs ist in der Lage, in das umliegende Gewebe lokal aggressiv („krebsig“) einzuwachsen, wobei auch angrenzende Knorpel- und Knochenstrukturen infiltriert werden können. Metastasen in anderen Organen entstehen bei Basaliomen äußerst selten, bei Spinaliomen durchaus gelegentlich, insbesondere in Abhängigkeit von der Größe der Tumoren. In der Regel wachsen die Tumoren recht langsam und verbleiben meist an ihrem Ursprungsort – auch wenn sie sich dort sukzessive ausdehnen und lokale Gewebeschäden hervorrufen.

„Die landläufige Bezeichnung „weißer/heller Hautkrebs“ ist von daher problematisch, als dass es auch pigmentierte (also dunkel gefärbte) Varianten der hellen Hautkrebsformen und ebenso unpigmentierte, weiße, aber auch rote Formen des „schwarzen“ malignen Melanoms gib (amelanotisches Melanom). Um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, werden die Bezeichnungen als „weiß“ und „schwarz“ im medizinischen Sprachgebrauch eher plakativ genutzt, um die Gefährlichkeit der Tumoren (schwarz = bösartig, weiß= nicht so schlimm) zu suggerieren.“ , sagt Prof. Hartwig Mensing, Leiter des Dermatologischen Ambulatoriums Hamburg-Alstertal.

Der beste Weg, um dem Vormarsch des Hautkrebses weiter entgegenzuwirken, ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem Risikofaktor Sonnenstrahlung. Eine entsprechende Aufklärung und Bewusstseinsbildung)  kann und muss bereits im Kindes-/Jugendalter gefördert werden, um möglichst frühzeitig die Gefahr einer späteren Erkrankung zu minimieren.

 

Aufklärung kann Leben retten: Heller Hautkrebs auf dem Vormarsch
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Letzte Aktualisierung am 22.09.2016