Definition: Bakterium

Bakterien sind mikroskopisch kleine Einzeller, die Verursacher mehr oder weniger gefährlicher Infektionskrankheiten sein können. Eine Behandlung erfolgt, sofern notwendig, in der Regel mittels eines Antibiotikums.

Entsprechend ihrer Form und Größe werden Bakterien in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, von denen die wohl bekanntesten die Stäbchen und Kokken sind. Weitere Unterscheidungen, wie sie zum Beispiel im Rahmen der Diagnose von bakteriellen Infektionen zur genauen Bestimmung der Bakterienart notwendig sind, können mit Hilfe verschiedener Untersuchungen im Labor getroffen werden. Die bekannteste Untersuchungsmethode ist hierbei wohl die Gram-Färbung.

Bakterien vermehren sich durch Zellteilung. Theoretisch sind somit alle Bakterien „Klone“, jedoch kann es bei der Zellteilung zu Veränderungen des Genoms kommen (=Mutationen), durch die neue Eigenschaften entstehen können (z.B. eine höhere Infektiosität oder die Resistenz gegen ein Antibiotikum).

In ihren Stoffwechselleistungen unterscheiden sich die unterschiedlichen Bakterienarten mitunter stark voneinander. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist zum Beispiel, ob die Bakterienart für Überleben und/oder Wachstum auf Sauerstoff angewiesen sind (=aerobe Bakterien), oder ob sie keinen Sauerstoff benötigen (=fakultativ anaerobe Bakterien) bzw. unter Sauerstoffeinfluss sogar absterben (= obligat anaerobe Bakterien). Auch die Fähigkeit zur Bildung von Bakteriensporen ist ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung. Sporen sind stoffwechsel-inaktive Sonderformen, die gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen über sehr lange Zeiträume (bis mehrere tausend Jahre) extrem widerstandsfähig sind und so als Kriterium für die „Infektionsgefährlichkeit“ eines Bakteriums gelten können.

Die meisten Bakterienarten sind für den Menschen ungefährlich und viele sogar lebensnotwendig. So trägt die menschliche Haut einige tausend (trockene, nicht fettige Hautregionen) bis mehrere Milliarden (feuchte, warme Hautregionen) Bakterien pro cm2. Noch weitaus mehr nützliche Bakterien finden sich im Verdauungstrakt, besonders im Dickdarm. Die als „Kommensalen“ bezeichneten, nützlichen Bakterien schützen zum einen vor Infektionserregern, indem sie ihnen als „Konkurrenz“ z.B. lebenswichtige Nährstoffe entziehen, zum anderen helfen sie bei der Verdauung sonst nur schlecht verdaulicher Nahrungsbestandteile. Im Erdboden und im Meer sind Bakterien als Destruenten zum Abbau abgestorbenen Materials sowie als Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen (Phytoplankton) wichtige Bausteine des Ökosystems.

Einige Arten sind jedoch in der Lage, mehr oder weniger schwerwiegende Infektionskrankheiten zu verursachen. Das Spektrum reicht von Wundinfektionen über Entzündungen unterschiedlicher Organe (z.B. Lungenentzündung) bis hin zu komplexen Erkrankungen wie der durch Borrelien (Borrelia ssp.) verursachten Lyme-Borreliose.