Toleriane Fluide bei Perioraler Dermatitis (Mundrose) | derma.plus

Periorale Dermatitis – Toleriane Fluide als alternative Behandlungsmethode

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16. August 2018

Studie – Toleriane Fluide als Alternative zur Nulltherapie und Antibiotika?

Die periorale Dermatitis, auch Mundrose oder Stewardessen-Krankheit genannt, betrifft häufig junge Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren. Die gerötete, schuppende, teils sogar brennende oder juckende Gesichtshaut mit Knötchen und Eiterbläschen schränkt die Lebensqualität erheblich ein. Daher ist für viele Patienten die „Nulltherapie“ über mehrere Wochen und teils Monate keine Option. Manche Patienten lehnen auch die topische und systemische Anwendung von Antibiotika ab. Doch wie kann dann die periorale Dermatitis behandelt werden? Abhilfe können sogenannte Toleriane Fluide schaffen.

 

Ein wirkstofffreies Toleriane Fluide als Behandlungsoption

In einer 8-wöchigen, unverblindeten, open-label Studie mit 51 Teilnehmern zwischen 19 und 78 Jahren – davon 47 Frauen – wurde die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Therapie mit Toleriane Fluide untersucht. Die Probanden trugen zweimal täglich ausschließlich das Toleriane Fluide auf die Gesichtshaut auf. Kontrollen fanden nach 4 und 8 Wochen statt. Hierbei erfolgte eine klinische Untersuchung, Feststellung des objektiven und subjektiven Schweregrades sowie verwendete Menge des Fluids. Als Kontrollgruppe dienten die Ergebnisse einer Studie aus 2007 mit 1%iger Pimecrolimus-Creme und Pimecrolimus-freier Creme, die ebenfalls den perioral dermatitis severity index (PODSI) zur Bestimmung des Therapieerfolges heranzog.

Der mittlere PODSI der Patienten lag zu Beginn der Studie bei 5,87. Anhand der Reduktion des PODSI im Behandlungszeitraum wurde der Erfolg der Therapie beurteilt. Zum einen wurden die objektiven Symptome – Rötung, Papeln und Schuppung – je von 0 (keine) bis 3 (schwerwiegend) bewertet. Zum anderen aber auch subjektive Schwere, Juckreiz, Spannungsgefühl und Aussehen der Haut mit Hilfe einer visuellen Analogskala (VAS) von 0 bis 10. Nach dem Ausschluss von Patienten, aufgrund nicht medizinischer Ursachen, beendeten 39 Probanden das 8-wöchige Behandlungsregime. Es traten keinerlei Nebenwirkungen auf.

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Reduktion des PODSI und VAS. Nach zweimal täglichen Auftragen einer dünnen Schicht Toleriane Fluide ging der PODSI um ca. 57 Prozent, von durchschnittlich 5,87 auf 2,51 zurück. Symptome, gemessen mit der VAS, besserten sich um ca. 46 Prozent, von durchschnittlich 6,3 auf 3,4.

 

Toleriane Fluide bei perioraler Dermatitis wirksam

Die Wirksamkeit des beruhigenden Fluids war über den gesamten Behandlungszeitraum konstant. Das Toleriane Fluide reduzierte den mittleren PODSI signifikant von 5,87±1,40 auf 3,73±1,50 nach 4 Wochen. Eine weitere beträchtliche PODSI-Reduktion auf 2,51± 1,40 wurde nach 8 Wochen beobachtet (Abb.). Am meisten ging die Schuppung zurück. Zudem verbesserten sich auch die subjektiven Symptome. Die mittlere subjektive Krankheitslast, gemessen durch den VAS sank von 6,3±2,4 auf einen Mittelwert von 4,4±2,4 nach 4 Wochen und reduzierte sich nach 8 Wochen weiter auf einen Endwert von 3,4±2,2. Juckreiz, Spannungsgefühl und Aussehen der Haut verbesserten sich kontinuierlich. Der PODSI konnte insgesamt um circa 57 Prozent und die mit der VAS erfassten Symptome um circa 46 Prozent, nach 8-wöchiger, zweimal täglicher Auftragung einer dünnen Schicht Toleriane Fluid, reduziert werden.

 

Patientencompliance entscheidend bei der Therapie der perioralen Dermatitis

Die strikte Einhaltung des Behandlungsregimes bei der Therapie der perioralen Dermatitis ist ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung. Denn der übermäßige und unsachgemäße Gebrauch von Pflegeprodukten begünstigt die Entstehung und das weitere Aufflackern der perioralen Dermatitis. Doch gerade bei der Nulltherapie verfallen viele Betroffene wieder in alte Muster. Ein hautberuhigendes Fluid kann sich daher in zweierlei Hinsicht positiv auf den Verlauf auswirken. Zum einen kann es die Barrierefunktion der geschädigten Haut stabilisieren, zum anderen ersetzt es das Auftragen von fragwürdige Kosmetika durch einen inerten topischen Wirkstoff.

Die Anwendung von Toleriane Fluide kann daher bei Patienten mit moderater perioraler Dermatitis durchaus eine Alternative zur Nulltherapie und auch topischen Therapie mit wirkstoffhaltigen Cremezubereitungen darstellen.

 

Periorale Dermatitis – Toleriane Fluide als alternative Behandlungsmethode
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Literatur


 

Letzte Aktualisierung am 16.10.2018