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Borkenflechte (Impetigo contagiosa)

Die Impetigo contagiosa ist eine häufige, ansteckende Erkrankung des Kindesalters mit Blasen, Erosionen und Krusten. Auftreten besonders in der warmen Jahreszeit. Die Abheilung erfolgt narbenlos.

Prof. Dr. med. Martin Mempel
Ein Fachbeitrag von
Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Allergologie, Infektiologie, Medikamentöse Tumortherapie
Borkenflechte (Impetigo contagiosa)
Borkenflechte (Impetigo contagiosa)

Zusammenfassung

Die Impetigo contagiosa ist eine häufige, ansteckende Erkrankung des Kindesalters mit Blasen, Erosionen und Krusten. Auftreten besonders in der warmen Jahreszeit. Die Abheilung erfolgt narbenlos.

Auf einen Blick

+ Auftreten bevorzugt im Kindesalter

+ Symptome Blasen, Erosionen, gelbliche Krustenbildung der Haut

+ Einflussfaktoren warme Temperaturen

+ Ansteckungsgefahr hoch

Borkenflechte (Impetigo contagiosa)
Borkenflechte (Impetigo contagiosa)

Einführung

Die Impetigo contagiosa, auch unter Borkenflechte bekannt, ist eine häufige Hauterkrankung der warmen Jahreszeit. Bevorzugt tritt sie unter Kindern und Jugendlichen mit häufigem Hautkontakt (Spielgruppen, Sportvereine, etc.) auf. Verursacher sind grampositive Bakterien der Gattung Staphylococcus aureus bzw. Streptococcus pyogenes.
Typische Hautveränderungen sind rasch auftretende Blasen, die leicht einreißen und dabei eine nässende Erosion hinterlassen. Diese wandelt sich innerhalb von wenigen Stunden dann in die typische „Borken- oder Grindflechte“ mit gelblich belegten Krusten um. Bevorzugte Lokalisationen sind Kontaktstellen um den Mund und an den Händen sowie die großen Falten der Leisten- und Axillarregion. Ohne Behandlung treten oft mehrere Hautläsionen innerhalb einer kurzen Zeitspanne auf. Die Stellen selbst sind relativ symptomlos und bei gesunden Betroffenen zeigen sich in der Regel nur selten Allgemeinsymptome wie Fieber oder Schüttelfrost.

Ursachen und Auslöser

Verursacht wird die Borkenflechte durch Toxin-bildende Bakterien der Gattung Staphylococcus aureus bzw. Streptococcus pyogenes, die eine Spaltbildung innerhalb der obersten Hautschichten bedingen. Dies führt dann zur typischen Blasenbildung, die aber nur kurz besteht und sich in die Folgestadien umwandelt.
Die verantwortlichen Bakterien sind ubiquitär (überall vorkommend) zu finden, warme Temperaturen erleichtern die Vermehrung.

Symptome und Krankheitsverlauf

Typisch sind je nach verursachendem Keim prall gespannte kleinere Blasen oder größere schlaffe Blasen. Das Aufreißen der Blasenhaut führt zu einer Zerstörung der oberen Hautschichten (sog. Erosionen) und das Areal wird in der Folge mit einem gelblichen Fibrinbelag überzogen. Dies wird als „honiggelbe Kruste“ bezeichnet und ist ein charakteristisches Symptom der Impetigo. Die Kruste löst sich nach einiger Zeit spontan und die Hautveränderung heilt dann narbenlos ab.

Impetigo contagiosa Borkenflechte Mund
Impetigo contagiosa bei einem Säugling
Borkenflechte
Impetigo contagiosa BorkenflechteKind Eltern
Impetigo contagiosa bei einem Kind und Elternteil

Diagnose und Differentialdiagnose

Üblicherweise kann die Borkenflechte anhand der klinischen Erscheinungen sicher diagnostiziert und damit unmittelbar eine Therapie eingeleitet werden. Zur Diagnosesicherung und zur Überprüfung der gewählten Therapie empfiehlt es sich aus einer der betroffenen Stellen einen Abstrich für eine bakterielle Untersuchung zu entnehmen.

Therapie und Behandlung

Die Therapie der Borkenflechte richtet sich nach der Ausdehnung der Hautveränderungen. Sind drei oder weniger Stellen betroffen, ist zunächst eine örtliche Behandlung sinnvoll. Verfügbare Präparate hierfür sind die Fusidinsäure (z.B. Fucidine®), das Mupirocin (InfectoPyoderm® Salbe) bzw. das Retapamulin (Altargo® Salbe).
Falls mehr als drei Körperstellen betroffen sind oder falls es sich um eine Rezidiverkrankung handelt, sollte das Antibiotikum systemisch verabreicht werden, je nach Alter des Patienten in Saft- oder Tablettenform. Die Behandlung sollte eine Woche nicht unterschreiten.
Gut geeignet sind Weiterentwicklungen des Penicillins, die sogenannten Oral-Cephalosporine (z.B. Cefaclor (z.B. Infectocef® Saft)) und die Penicillinase-festen Penicilline (z.B. Flucloxacillin (z.B. Staphylex®)). Bei Penicillinallergie kann auf Medikamente aus der Gruppe der Makrolide (z.B. Erythromycin (z.B. Infectomycin® Saft)) bzw. Lincosamide (z.B. Clindamycin (Sobelin® Saft)) zurückgegriffen werden.
Nebenwirkungen der Therapie sind selten und verursachen für den Fall eines Auftretens typischerweise Hautausschläge oder Magen-Darm Beschwerden.

Prävention und Vorbeugung

Die Erkrankung ist ansteckend (= contagiosa) und unbehandelt dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besucht werden. 24 Stunden nach Beginn einer ausreichenden Therapie können diese wieder aufgesucht werden. Zur Ausbreitungsprophylaxe ist neben der zielgerichteten Therapie eine zusätzliche Anwendung von desinfizierenden Seifenbädern sinnvoll (z.B. Octenidin-haltige Duschbäder (z.B. Octenisan Waschlsg.®) oder Kaliumpermanganat-haltige Bäder mit Verwendung einer 1%igen Lösung (z.B. Apomix Solutio kalii permanganici 1%®)).
Nach Erkrankung besteht keine Immunität, so dass jeder Patient mehrmals an der Impetigo erkranken kann.

Letzte Aktualisierung: 4. März 2021

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