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Nagelpilzinfektionen und Schuppenflechte – Weiterhin Forschungsbedarf

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Nagelpilzinfektionen (Onychomykose) bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis)

Ein Beitrag von Prof. D. Abeck

Im Januarheft der medizinischen Fachzeitschrift „Mycoses“ untersucht eine griechisch-amerikanisch-italienische Arbeitsgruppe wichtige Aspekte der Zusammenhänge von Nagelpilz bei Patienten, die an einer Schuppenflechte mit Nagelbefall erkrankt sind.

Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine häufige Hauterkrankung, unter der ca. 2-3% der Weltbevölkerung leidet. Bei 80% der Patienten mit einer Schuppenflechte kommt es zu Beginn oder im Verlauf der Erkrankung auch zu einer Beteiligung der Nägel (Nagelpsoriasis). Hierbei können Fuß- und/oder Fingernägel betroffen sein.

Die Nagelpsoriasis ähnelt auf den ersten Blick einer Nagelpilzinfektion in vielen Punkten, woraus sich in der Praxis ein gewisses Verwechslungspotential ergibt (vgl. Abb. 1 und 2). Bezüglich der Frage, ob eine Nagelpsoriasis direkt das Risiko für Auftreten eines Nagelpilzes erhöht, herrscht in der Forschung seit langem Uneinigkeit.

Für ein erhöhtes Risiko einer Pilzinfektion bei Patienten mit Nagelsporiasis sprechen:

  • Die Schuppenflechte der Nägel führt zu einer Störung des kompakten Nagelaufbaus und macht ihn somit verletzlicher für eine Infektion mit Pilzerregern
  • Die für die Nagelpsoriasis typische Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett führt zu feuchten Räumen unterhalb des Nagels, die besonders leicht von Mikroorganismen wie Pilzen besiedelt werden können

Gegen eine erhöhte Infektionsanfälligkeit für eine Pilzinfektion bei Patienten mit Nagelsporiasis sprechen:

  • Bei der Nagelpsoriasis ist das Nagelwachstum beschleunigt und zeigt entsprechend einen erhöhtem Zellumsatz und eine schnellere Elimination des distalen Nagels (Abb. 1). Aus diesem Grund kann eine erhöhte Nagelabwehr gegen Pilze vermutet werden
  • In den für eine Nagelpsoriasis typischen gelblich bis lachsfarben verfärbten Nagelbereichen konnte ein Serum-ähnlicher glukoproteinhaltiger Stoff nachgewiesen werden, der vermutlich eine antimikrobielle Wirksamkeit gegen Pilze hat und so deren Wachstum hemmt
  • Es konnte nachgewiesen werden, dass Nagelpilzerreger auf Keratin (dem Grundbaustein der Nagelsubstanz) von Psoriasis-Nägeln langsamer wachsen als auf dem Keratin gesunder Nägel

 

Bis heute haben zahlreiche Studien zu diesem Thema sehr unterschiedliche Ergebnisse geliefert, weshalb die Autoren die Meinung vertreten, dass eine exakte Antwort auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich ist. Dagegen kann durch Studien aber gut belegt werden, dass durch die Verwendung von Medikamenten zur Behandlung der Schuppenflechte, die mit einer das Immunsystem schwächenden Wirkung einhergehen, das Auftreten einer Nagelpilzinfektion gefördert wird. Dies gilt sowohl für die Verwendung von Kortisonpräparaten zur äußerlichen Anwendung wie auch für die modernen Biologika. Ebenfalls gut belegt ist, dass eine Pilzinfektion der Nagelplatte die Symptome einer bestehende Nagelpsoriasis verschlimmert. Somit sprechen die Daten dafür, dass bei klinischen Verdachtsmomenten für eine Nagelpilzinfektion bei Patienten mit Nagelpsoriasis in jedem Fall eine entsprechende Diagnostik eingeleitet werden sollte. Bei positivem Nachweis der Pilzinfektion sollte eine konsequente medizinische Behandlung des Nagelpilzes erfolgen, um einer Verschlimmerung der Nagelpsoriasis vorzubeugen.

 

Nagelpilzinfektionen und Schuppenflechte – Weiterhin Forschungsbedarf
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Literatur

 

Letzte Aktualisierung am 05.01.2017