Studie zum Zusammenhang zwischen Rosazea und Migräne | derma.plus

Studie zum Zusammenhang zwischen Rosazea und Migräne

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Rosazea und Migräne – Neue epidemiologische Untersuchung gibt Hinweise auf Zusammenhänge zwischen beiden Erkrankungen

Ein Beitrag von Prof. D. Abeck

Die Rosazea ist eine chronische Hauterkrankung, die insbesondere Frauen betrifft. Die exakten Ursachen der Rosazea sind bis heute immer noch nicht bekannt. Neben der Fehlregulation angeborener und adaptiver immunologischer Prozesse werden auch neurovaskuläre Veränderungen als wichtig im Rahmen der Erkrankung diskutiert. In aktuelleren Forschungen konnten Hinweise auf den Zusammenhang der Rosazea mit unterschiedlichen Erkrankungen des Nervensystems (u.a.a Parkinson, Multiple Sklerose und Alzheimer) gefunden werden, die das Nervensystem in einen Fokus der Rosazea-Forschung rücken. Aus diesem Zusammenhang heraus wurde Begriff „Neurogene Rosazea“ für Rosazea-Varianten angeregt, die mit neurologischen Symptomen wie einem stechenden oder brennenden Missempfinden der Haut einhergehen.

Epidemiologischen Schätzungen zufolge leiden etwa 6-8 Millionen Menschen in Deutschland an einer Migräne

In diesem Kontext ist auch ein möglicher Zusammenhang zwischen Rosazea und Migräne von Interesse, auf den bereits 1976 im British Medical Journal von den britischen Dermatologen Tann und Cuncliffe aus Leeds hingewiesen wurde.

Eine aktuelle Untersuchung aus Dänemark liefert weitere Hinweise für Überschneidungen dieser beiden Erkrankungen. In einer Populations-basierten Kohortenuntersuchung wurden hierbei über 4 Millionen Dänen im Alter von über 18 Jahren erfasst. Bei 49 475 von ihnen wurde die Diagnose Rosazea gestellt. Hiervon litten 12,1% auch an einer Migräne im Vergleich zu 7,1% in der Gesamtgruppe. Dieser Unterschied war statistisch signifikant – das bedeutet, dass mit einer großen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass die Erkenntnisse aus der Stichprobe auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden können.

Insbesondere bei weiblichen Patienten mit einem Befall der Augen (Opthalmorosazea) waren die Ergebnisse eindeutig: Hier besteht ein 69fach erhöhtes Risiko für eine Migräne. Dieses Risiko steigt mit zunehmendem Alter an: Patientinnen der Altersgruppe der über 50jährigen waren am häufigsten betroffen. Hingegen konnte für Patienten mit Rosazea im Stadium III (Rhinophym) kein erhöhtes Risiko für Migräne festgestellt werden.

Diese bislang zahlenmäßig größte epidemiologische Untersuchung unterstreicht erneut einen Zusammenhang zwischen Rosazea und einer Störung im zentralen Nervensystem.

Weitere aktuelle Informationen zur Therapie der Rosazea finden Sie hier.

 

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Literatur

 

Letzte Aktualisierung am 09.01.2017