Krankheitsverlauf einfach erklärt | derma.plus

Definition: Krankheitsverlauf

Krankheitsverläufe können unter verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden.

Nach der Dauer der Erkrankung unterscheidet man zwischen:

  • perakute Erkrankung: Extrem schnell und außergewöhnlich plötzlich auftretende Erkrankungen, deren Beginn ein klar feststellbarer Zeitpunkt ist. Perakute Erkrankungen haben eine Dauer bis zu zwei Tagen und enden häufig tödlich (z.B. Herzinfarkt).
  • akute Erkrankung: In der Regel lässt sich auch hier der Zeitpunkt des Erkrankungsbeginns relativ eindeutig bestimmten. Die Symptome entwickeln sich relativ plötzlich. Die Erkrankungsdauer beträgt bei akuten Erkrankungen drei bis 14 Tage.
  • subakute Erkrankung: Subakute Krankheitsverläufe bilden den Übergang zwischen akut und chronisch verlaufenden Krankheiten und dauern meist 14 bis 30 Tage an. Die Bezeichnung findet im medizinischen Sprachgebrauch überdies auch dann Anwendung, wenn bei einer Erkrankung nur ein Teil der typischen Symptome beobachtet werden kann.
  • chronische Erkrankung: Diese haben im Gegensatz zu akuten Krankheiten häufig keinen klar zu bestimmenden Ausgangszeitpunkt sondern entwickeln sich schleichend über ein längeres Zeitintervall. Die Dauer der Erkrankung erstreckt sich über mehr als vier Wochen (wobei es hier unterschiedliche zeitliche Definitionen gibt).

Je nachdem, ob die Krankheit ständig oder mit zeitlichen Unterbrechungen auftritt unterscheidet man zwischen:

  • rezidivierender Krankheitsverlauf: lat. recidere = zurückfallen; rezidivierend beschreibt Krankheitsverläufe, bei denen es nach einer Zeit der Symptomfreiheit zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung kommt.
  • intermittierender Krankheitsverlauf: die Erkrankung bzw. ihre Symptome tritt in kurzen Phasen auf, gefolgt von längeren Phasen der Symptomfreiheit.
  • persistierender Krankheitsverlauf: Die Erkrankung bzw. ihre Symptome sind ständig zu beobachten und es kommt zu keiner Abheilung/Genesung.
  • protrahierter Krankheitsverlauf: Die Symptome treten persistierend auf und werden im Laufe der Zeit schlimmer.

Außerdem wird nach dem „Tempo“ der Erkrankung differenziert in:

  • paroxysmaler Krankheitsverlauf: Der Begriff stammt aus dem Griechischen und beschreibt das anfallsartige Auftreten von Krankheitssymptomen.
  • foudroyanter Krankheitsverlauf: Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet „blitzartig“ oder „stürmisch“. Derartige Krankheiten verlaufen in einem hohen Tempo.
  • progredienter Krankheitsverlauf: Die Erkrankung schreiten konstant voran und führt zu einer zunehmenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes.

Die Schwere eines Erkrankungsverlaufes teilt man ein in:

  • latent: „schlummernde“ Erkrankung, typisch für die Infektion mit bestimmten Viren: Der Patient trägt das Virus in sich, aber es kommt zu keinen Symptomen.
  • inapparent: Die Erkrankung ist zwar nachzuweisen, es treten aber keine Symptome auf.
  • subklinisch: Die Erkrankung ist nicht offensichtlich durch Symptome gekennzeichnet, es können aber bei genauerer Untersuchung Hinweise gefunden werden. Die Abgrenzung zu „latent“ ist nicht immer trennscharf.
  • manifest: von lat. manifestus = deutlich. Die Erkrankung zeigt sicht- und fühlbare Symptome.
  • letal: tödlich verlaufende Erkrankung.

Die Bezeichnungen können je nach Krankheitsbild kombiniert verwendet werden, um eine möglichst exakte Bezeichnung zu geben.