Vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung | derma.plus

Vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung

Zusammenfassung

Die altersbedingte Atrophie (Verdünnung) und Faltenbildung der Haut betrifft jeden im Laufe des Lebens. Verschiedene innere (intrinsische) und äußere (extrinsische) Faktoren lassen unsere Haut ab Mitte 20 altern. Die inneren Faktoren sind genetisch determiniert. Sie bestimmen unser biologisches Alter und lassen sich nicht umgehen. Einfluss haben wir aber vor allem auf die äußeren Umweltfaktoren, wie UV-Strahlung, Luftverschmutzung, Lebensstil, Ernährung und Hautpflege. Sie formen unser sichtbares Erscheinungsbild. Der vorzeitigen Hautalterung und Faltenbildung kann man daher mit einem bewussten Lebensstil und Achtsamkeit vorbeugen. Sind die ersten Linien und Falten jedoch bereits da, gibt es verschieden Möglichkeiten diese zu glätten und das Hautbild jünger erscheinen zu lassen.

Auf einen Blick:

+ Auftreten Individuell unterschiedlich, Hautalterung beginnt mit Mitte 20, sichtbare Erscheinungen nehmen mit dem Alter zu

+ Symptome Zu Beginn feine Mimiklinien, mit fortschreitendem Alterungsprozess können sich tiefen Falten entwickeln, verringerte Elastizität und Spannkraft, dünne Haut, fahler Teint, später auch trocken Haut und verringete Regenerationsfähigkeit

+ Einflussfaktoren Gene, UV-Strahlung, Luftverschmutzung, Ernährung u.a.

+ Prävention Bewusster Lebensstil und typ-/altersgerechte Hautpflege

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Einführung

Im Alter ist es ganz normal, dass die Haut dünner, weniger elastisch und faltig wird. Doch macht es vielen Menschen, besonders Frauen, oft zu schaffen sobald sich die ersten Fältchen zeigen. Aber wussten Sie, dass unsere Gene nur für 20-30 Prozent des Alterungsprozesses unserer Haut verantwortlich sind? Oder, dass der Alterungsprozess der Haut schon mit Mitte 20 beginnt? Das bedeutet, dass Sie selbst großen Einfluss auf das Aussehen und den Alterungsprozess Ihrer Haut haben.

Ursachen und Auslöser

Die Haut ist durch verschiedene innere Faktoren, Umwelteinflüsse und den persönlichen Lebensstil ständigen Einflüssen ausgesetzt. Dabei machen sich die Einflüsse auf den Alterungsprozess der Haut oft nur schleichend bemerkbar. Man unterscheidet zwischen inneren (intrinsischen) und äußeren (extrinsischen) Faktoren.

 

Intrinsische Faktoren der Hautalterung

  • individuelle Gen-Disposition
  • Hormone, vor allem Sexualhormone wie Östrogen, die im Alter abnehmen
  • Abnahme der Kollagen- & Elastinfaser
  • Verringerte Wasserbindungskapazität im Gewebe
  • Talgdrüsen, die inaktiv werden
  • Verringerte Durchblutung des Gewebes

 

Die natürliche oder auch biologische Hautalterung ist durch unsere Gene festgeschrieben und sehr individuell. Je nach Genausstattung finden die Prozesse schneller oder langsamer in den verschiedenen Hautschichten mit ihren unterschiedlichen Bestandteilen statt.
Die langsamer werdende Zellteilung (nur noch halb so oft), der verringerte Zellstoffwechsel und die mit dem Alter zunehmend verringerte Durchblutung sind ursächlich für eine geringere Regenerationsfähigkeit. Das damit verbundene verminderte Zellwachstum in der Basalschicht der Epidermis (Oberhaut) und die Abflachung der Übergangszone zwischen Dermis und Epidermis führen zu einer dünneren Hautbarriere. Die Haut verliert zusätzlich noch an Feuchtigkeit. Durch die verminderte Aktivität der Talgdrüsen wirkt die Haut rauer und trockener.
In der Dermis (Lederhaut) gehen mit zunehmenden Alter die Kollagen- und Elastinfasern zugrunde. D.h. die Produktion neuer Bindegewebsfasern und -zellen wird eingestellt. Kollagen- und Elastinfasern sind neben den Fibroblasten zum einen für die Stabilität, zum anderen auch für die Dehnbarkeit des Gewebes verantwortlich. Auch die Feuchtigkeit, also die Fähigkeit Wasser in der Haut zu speichern, lässt durch die zurückgehende Hyaluronsäureproduktion allmählich nach. In der Subcutis (Unterhaut) geht das aufpolsternde Unterhautfettgewebe zurück.
All diese Prozesse tragen dazu bei, dass die Hautelastizität herabgesenkt und die Haut dünner wird sowie nicht mehr so prall und frisch erscheint. Vor allem ab dem 40. Lebensjahr werden aus Fältchen tiefe Falten.

Umweltfaktoren der Hautalterung

  • UV-Belastung
  • Luftverschmutzung
  • Klima – Hitze und Kälte
  • Stress
  • Ungesunde Ernährung
  • Tabak und Alkohol
  • Medikamentenwirkungen, wie z.B. Glukokortikoide

 

UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien setzt unserer Haut durch die Bildung freier Radikale und damit verbundenen oxidativen Stress ganz schön zu. Diese freien Radikale aktivieren in der Dermis Enzyme und beschleunigen beispielsweise so den Abbau von Kollagen und schädigen verschiedene Moleküle, u.a. auch unsere DNA. Der Großteil der sichtbaren Alterserscheinungen, vor allem Altersflecken, an exponierten Hautarealen, wie dem Gesicht oder den Händen, sind auf UV-Strahlung und Luftverschmutzung zurückzuführen. Diese Form der Hautalterung wird auch als Lichtalterung oder Photoaging bezeichnet. Außerdem kann zu viel UV-Strahlung zu Hautkrebs führen. Zigarettenkonsum verstärkt die Wirkung freier Radikale in der Haut noch zusätzlich und begünstigt einen stumpfen Teint.
Glukokortikoide verursachen bei unsachgemäßer Langzeitanwendung und Überdosierung ebenfalls eine Hautatrophie (Hautverdünnung).

Sichtbare Zeichen der Hautalterung vorbeugen

Wir sind heutzutage noch nicht in der Lage den Hautalterungsprozess aufzuhalten. Gegen die inneren (intrinsischen) Faktoren der Hautalterung, die in unseren Genen festgeschrieben sind, können wir nicht angehen. Wenn man aber die äußeren Ursachen für den vorzeitigen Hautalterungsprozess versteht, kann man seine Haut schützen und unterstützen.

 

  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Reichlich Flüssigkeit
  • Angemessene Hautpflege
  • Schutz vor klimatischen Bedingungen und UV-Strahlung

 

Um den Alterungsprozess der Haut hinauszuzögern sind eine ausgewogene Ernährung, reichlich Flüssigkeit und genügend Schlaf Grundvoraussetzung. Es gibt viele Mineral- und Nährstoffe die für eine gesunde, strahlende Haut hilfreich sind. So wirken Vitamine, wie Vitamin A, C und E, auch als Antioxidantien und hemmen die Wirkung freier Radikale. Omega 3 Fettsäuren sind nicht nur für unsere Gelenke gut, sie sind nötig um Lipide (Fette) aufzubauen und so unsere Zellen zu stärken. Biotin und Zink unterstützen beispielsweise die Zellregeneration.

Eine dem Alter und dem Hauttyp entsprechende, moderate Hautpflege kann ebenfalls die vorzeitige Hautalterung hinauszögern und Ihre Haut gesund erhalten. Unverzichtbar ist dabei eine ausreichender UV-Schutz. Besonders an Hautarealen, die viel der Sonne ausgesetzt werden (Gesicht, Hände und Dekolleté), zeigen sich schnell erste Strahlenschäden. So sind mittlerweile schon in vielen Tagescremes unterschiedliche Lichtschutzfaktoren enthalten. Schließlich setzten Sie Ihre Haut jeden Tag und nicht nur im Sommer beim Sonnenbad oder im Winter auf der Skipiste, der intensiven UV-Strahlung aus. Oftmals sind auch Vitamine oder Antioxidantien zugesetzt, um die Hautoberfläche vor schädlichen Einflüssen zu schützen.
Fettreiche Cremes können gerade in der kalten Jahreszeit Ihre Hautbarriere als zusätzliche Fettschicht unterstützen und so widerstandsfähiger gegen klimatische Einflüsse machen.

Linien und Falten erfolgreich bekämpfen

Feuchtigkeitsspendende Zubereitungen mit Hyaluronsäure können durch den oberflächlichen aufpolsternden Effekt zumindest für eine zeitweise Glättung feinster Linien und Fältchen im Gesicht sorgen.

Kollagen-Peptide, die die körpereigene Kollagenproduktion anregen sollen, sind als Trink-Ampullen oder Kapseln erhältlich. Sie werden über den Darm aufgenommen und stimulieren die Fibroblasten Kollagen zu produzieren, um so die Haut von innen heraus aufzubauen.

Fruchtsäurepeelings und Mikrodermabrasion tragen die oberste Hautschicht ab und verringern so die Faltentiefe.

Die Faltenbehandlung mittels Eigenbluttherapie, auch Vampirlifting genannt, soll die Regeneration der Haut anregen. Hierbei wird aufbereitetes Plasma, also der flüssiger Bestandteil des Blutes mit den darin gelösten Stoffen, wie Proteine, Glukose, Elektrolyte, etc., in die Haut injiziert.

Botox führt zu einer Relaxation (Entspannung) der Muskulatur im behandelten Bereich. Dadurch werden Mimikfalten geglättet und neue Faltenbildung vorgebeugt.

Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure oder Eigenfett werden dagegen zum Auffüllen der Haut genutzt. Daher auch der Name „Derma Filler“. Hyaluronsäure hat eine hohes Wasserbindungsvermögen und bringt so die Feuchtigkeit und Spannkraft in das Gewebe zurück. Eigenfett wirkt durch die Fettzellen aufpolsternd und lässt so Falten verschwinden.

Wenn Sie mehr über die Wirkung von Hyaluronsäure oder die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure erfahren wollen, lesen Sie unseren Beiträge:
→ Hyaluronsäure – ein Wundermittel gegen Falten?
→ Falten- und Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure

 

 

Letzte Aktualisierung: 23.01.2019