Zusammenfassung

Der Kopfgneis gilt als die Erscheinungsform des seborrhoischen Ekzems bei Säuglingen. Dabei bilden sich nicht-juckende, fettige, gelbbraune Schuppen, die fest an der Kopfhaut haften. Kopfgneis tritt häufig bereits ab der dritten Lebenswoche auf und heilt in der Regel bis zum achten Monat spontan ab. Die meisten Kinder werden durch den Kopfgneis nicht beeinträchtigt, so dass keine Therapie notwendig ist, jedoch empfinden viele Eltern die Schuppen als störend. Eine Beseitigung ist heute mit Hilfe eines Oleogels problemlos möglich.

Auf einen Blick:

+ Auftreten bei Neugeborenen ab zwei Wochen bis zum Alter von etwa sechs Monaten

+ Symptome talgig-gelbe Schuppen im Bereich der Kopfhaut, in schweren Fällen Entzündung der Kopfhaut und Juckreiz möglich

+ Einflussfaktoren vermehrte Aktivität der Talgdrüsen, Störung der Hautbarriere, Wachstum von Malassezia-Hautpilzen

+ Ansteckungsgefahr keine

Einführung

Der Kopfgneis gilt als die Erscheinungsform des seborrhoischen Ekzems bei Säuglingen, einem chronisch-entzündlichen Hautausschlag mit Schuppung. Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen dem seborrhoischen Ekzem des Säuglings und des Erwachsenen. Bei Säuglingen ist das entzündliche Geschehen in der Regel deutlich weniger ausgeprägt und meist ist nur die Kopfhaut von der Schuppenbildung betroffen. Der Kopfgneis tritt vorwiegend im Alter von zwischen zwei Wochen und sechs Monaten auf und heilt in der Regel bis zum neunten Lebensmonat von alleine ab. Je nach Quelle entwickeln bis zu 70% aller Säuglinge in den ersten drei Monaten Knopfgneis, der die Kinder aber in der Regel nicht beeinträchtigt. Damit ist er abzugrenzen vom echten Milchschorf, der sich ebenfalls mit Schuppen auf der Kopfhaut äußert, aber ein Vorbote der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) sein kann.

Ursachen und Auslöser

Bei der Entstehung des seborrhoischen Ekzems spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, deren komplexes Zusammenspiel noch nicht vollständig aufgeklärt ist. Dies gilt besonders für seine Erscheinungsform beim Säugling, dem Kopfgneis, über dessen Ursache man noch recht wenig weiß. Der Begriff „seborrhoisch“ bedeutet „die gesteigerte Talgproduktion betreffend“ und verweist auf eine Beteiligung der Talgdrüsen. Daneben können Hautpilze der Gattung Malassezia, die zur normalen Hautflora gehören, die Symptome verstärken. Weiterhin werden Schädigungen der Hautbarriere sowie eine Fehlregulation des Immunsystems diskutiert.

Die gesamte Hautoberfläche mit Ausnahme der Hand- und Fußinnenflächen enthält Talgdrüsen, die durch Hormone gesteuert Talg produzieren und nach außen abgeben. Der Talg enthält Fette und schützt die Haut dadurch vor Austrocknung. Unter dem Einfluss von männlichen Geschlechtshormonen der Mutter werden die Talgdrüsen – von denen sich besonders viele in der Kopfhaut befinden – bereits beim Neugeborenen aktiviert. Die vermehrte Talgbildung in den ersten Wochen nach der Geburt kann dann die Entstehung von Kopfgneis begünstigen. Weiterhin scheint die Zusammensetzung des Talgs eine Rolle zu spielen, vermutlich indem bestimmte Bestandteile das Wachstum von Hautpilzen der Gattung Malassezia fördern. Diese Hautpilze ernähren sich von Fetten und kommen als Bestandteile der normalen Hautflora bei allen Menschen vor, vor allem in Bereichen mit starker Talgproduktion. Beim Abbau der Fette entstehen Fettsäuren, die von den Pilzen ausgeschieden werden und in der Oberhaut die hornbildenden Zellen (Keratinozyten) negativ beeinflussen. Diese verlieren dadurch ihren festen Zusammenhalt, wodurch die Hautbarriere durchlässiger wird. Gleichzeitig können die Ausscheidungsprodukte der Pilze Entzündungen und Juckreiz auslösen. Durch Kratzen wird die Hautbarriere weiter geschädigt, so dass Bestandteile der Pilze in tiefere Hautschichten eindringen und dort die Entzündungsprozesse verstärken können. Manchmal ergibt sich dadurch ein Teufelskreis, der durch eine antientzündliche Behandlung unterbrochen werden muss. Allerdings sind Entzündungsprozess und Juckreiz in der Regel bei Säuglingen nur schwach oder gar nicht ausgeprägt.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Symptome des Kopfgneises beschränken sich in der Regel auf die Bildung von fettig-talgigen, gelblichen Schuppen. Diese haften fest an der Kopfhaut und lassen sich deshalb nur schlecht entfernen. In schwereren Fällen kommt es zu einer Entzündung und Rötung der betroffenen Haut. Auch starkes Reiben oder Kratzen zur Entfernung der Schuppen kann Verletzungen hervorrufen, die Entzündungen begünstigen. Neben der Kopfhaut können auch bei Säuglingen zusätzliche Körperbereiche von der Schuppenbildung betroffen sein, bevorzugt die Hautfalten und der Windelbereich. In der Regel verschwindet die Schuppung mit der Zeit auch ohne Behandlung, aber da es sich beim Kopfgneis um eine Erscheinungsform des seborrhoischen Ekzems handelt, könnten betroffene Kinder möglicherweise nach der Hormonumstellung in der Pubertät anfälliger für dessen Ausprägung sein. Eine häufige Komplikation sind sekundäre, bakterielle Infektionen der geschädigten Hautbereiche, die vor allem bei Juckreiz und dadurch ausgelöstes Kratzen entstehen.

Diagnose und Differentialdiagnose

Der Kopfgneis lässt sich in der Regel gut klinisch, also durch eine Untersuchung durch den Haut- oder Kinderarzt diagnostizieren. Er muss bei Säuglingen vor allem von der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) abgegrenzt werden, die sich auch auf den Kopf beschränken kann und dann als echter Milchschorf bezeichnet wird. Dabei treten oft zusätzlich zu den Schuppen juckende Bläschen und Krusten auf, und durch das Kratzen können oberflächliche Substanzdefekte der Haut entstehen. Außerdem zeigt sich häufig ein flächiger Ausschlag vor allem im Wangen- und Augenlidbereich. Das atopische Ekzem tritt bei Säuglingen in der Regel nicht vor dem 3.-4. Lebensmonat – und damit später als der Kopfgneis – auf.

Therapie und Behandlung

Kopfgneis heilt in der Regel im Laufe des ersten Lebensjahres von selbst ab. Bei leichter klinischer Ausprägung ist eine Behandlung gar nicht notwendig. Diese wird jedoch von Seiten der Eltern immer wieder nachgefragt, wenn die Schuppen stärker sind.

Entfernung der Schuppen

Um die fest haftenden Schuppen zu entfernen, wird häufig empfohlen, die Kopfhaut mit Olivenöl einzuweichen und die Schuppen anschließend durch vorsichtiges Reiben oder Bürsten zu entfernen oder mit einem milden Babyshampoo auszuwaschen. Allerdings ist Olivenöl alleine für die Hautpflege nur bedingt geeignet, weil es die Haut austrocknet. Hartnäckige Schuppen lassen sich zudem mit dieser Behandlung oft nicht ausreichend ablösen. Eine Alternative stellt das Babybene® Gel dar, mit dem sich selbst hartnäckige Schuppen innerhalb von Minuten effektiv und schonend ablösen lassen. Das Gel wirkt über eine Kombination verschiedener Öle wie Macadamia-, Oliven- und Jojobaöl abschuppend und talgentfernend (kerato- und sebolytisch) und enthält zusätzlich verschiedene pflanzliche und Algen-Extrakte mit antientzündlicher und feuchtigkeitsspendender Wirkung. Es lässt sich leicht auftragen und nach der Behandlung gut wieder mit Wasser ausspülen. Bei 30 Säuglingen, die an der SLK-Kinderklinik Heilbronn mit Babybene® Gel behandelt wurden, war die Kopfhaut bereits nach einer einmaligen Anwendung weitgehend frei von Schuppen, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. Da sich die Schuppen mit der Zeit nachbilden, sollte die Behandlung etwa einmal wöchentlich wiederholt werden.

Prävention und Vorbeugung

Eine Prävention des Kopfgneises ist nicht möglich.

Therapieempfehlungen der derma.plus Experten

Heute steht mit Babybene® Gel eine sehr wirksame, nebenwirkungsfreie, äußerliche Anwendung zur Entfernung der Schuppen beim Kopfgneis zur Verfügung.

 

 

Kopfgneis (Grind, engl.: cradle cap)
5
3 Stimmen

Literatur

hier aufklappen für Quellenangaben

Letzte Aktualisierung: 26.04.2017