Symptome | derma.plus

Zusammenfassung

Milchschorf äußert sich durch typische Symptome. Am häufigsten zeigen sich die gelblich-bräunlichen Krusten, die mit starkem Juckreiz einhergehen. Der Juckreiz wiederum führt oft zum Abkratzen der Krusten und erschwert das Abheilen derselben. Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze, finden unter den Krusten gute Lebensbedingungen und können einen unangenehmen Geruch hervorrufen.

Auf einen Blick:

+ Milchschorf kann neben der Kopfhaut auch in der Gesichtsregion auftreten

+ Typische Symptome sind das Nässen und Jucken der mit gelblich-bräunlichen Krusten belegten Stellen

 

Milchschorf im Gesicht


Die durch das atopische Ekzem (Neurodermitis) ausgelöste Hautveränderung manifestiert sich auf der Kopfhaut, v.a. in der Scheitelregion, in Form des Milchschorfs (Crusta lactea). Die entzündete, rötlich gefärbte Haut juckt, nässt und bildet feste, gelb-bräunliche Krusten.

Neben Kopfhaut, Haaransatz und Windelregion kann auch das Gesicht betroffen sein. Milchschorf kann sowohl an den Augenbrauen des Babys als auch an Stirn und Wangen vorkommen. Um den Juckreiz an diesen empfindlichen Hautpartien zu mildern, bietet es sich im ersten Schritt an die betroffenen Stellen für kurze Zeit vorsichtig zu kühlen. Es muss jedoch darauf geachtet werden, das Kissen nie direkt auf die bloße Haut zu legen. Die richtige Temperierung kann durch die Verwendung eines sauberen Baumwolltuchs erreicht werden. Zusätzlich sollten Sie die Fingernägel des Babys kurz schneiden und ihm vor allem in der Nacht dünne Handschuhe anziehen, um dem Abkratzen des Schorfes vorzubeugen.

Ähnlich wie bei der Behandlung des Milchschorfes auf der Kopfhaut, können auch in der Gesichtsregion die Krusten mit ölhaltigen Produkten aufgeweicht und dann mit einem milden Shampoo oder einer Waschlotion entfernt werden. Alternativ bietet die Verwendung eines Milchschorfgels eine vereinfachte Behandlung. Bei Milchschorf an den Augenbrauen kann nach der gründlichen Einweichung der Schuppen und Krusten vorsichtig versucht werden die Krusten mit einem feinzinkigen Kamm zu entfernen. Es sollte bei der Anwendung von Öl, Shampoo oder Lotion darauf geachtet werden, dass die Produkte nicht mit den Augen des Babys in Berührung kommen. Ein Wattestäbchen oder Wattepad ermöglichen ein einfaches und präzises Auftragen.

Typische Symptome bei Milchschorf

Nässen und Jucken

Das Ekzem manifestiert sich als Rötung (Erythem) auf der Kopfhaut unter den schuppigen Platten. Anders als beim Kopfgneis verursachen die harten gelblich-bräunlichen Krusten starken Juckreiz. Durch das Kratzen kommt es zu weiteren Verletzungen der bereits geschädigten Hautbarriere. Mikroorganismen, insbesondere der grampositive Erreger Staphylococcus aureus, und Fremdmaterial (z.B. Schmutz) können eindringen und führen zu Entzündungen. Die Rötung und der Juckreiz verschlimmern sich und die empfindliche Kopfhaut beginnt zu nässen.
Das bei weitem unangenehmste Symptom, der Juckreiz, verschlimmert nicht nur den Milchschorf, sondern beeinträchtigt auch den Allgemeinzustand des Säuglings. Babys mit Milchschorf sind oft müde und unruhig, da sie durch den vermehrten Juckreiz nur sehr schlecht schlafen können.

Eigenartiger Geruch bei Milchschorf

Unter den Krusten finden sich günstige Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Die feuchte warme Haut unter den Schuppen sorgt dafür, dass sich diese dort besonders gerne ansiedeln. Sobald die Krusten entfernt oder im ungünstigsten Fall durch das Baby selbst abgekratzt wurden, wird der durch die Mikroorganismen hervorgerufene Geruch wahrnehmbar. Er resultiert aus den Abbau von abgestorbenen Hautschuppen, Talg und der Entzündungsreaktion. Nach einigen Kopfwäschen und Abklingen der Symptome verschwindet er jedoch erfahrungsgemäß.

Haarausfall durch Milchschorf?

Haarausfall bei Babys wird ursächlich nicht durch Milchschorf verursacht. Stattdessen handelt es sich meist um die sogenannten „Liegeglatze“. Diese entsteht, wenn der Säugling viel auf der gleichen Stelle liegt. Die Haare wachsen normal nach, sobald das Baby vermehrt sitzen kann. Beim Entfernen der Schuppen kann es zwar zu Haarverlust kommen, jedoch verursachen die Hautveränderungen an sich keinen Haarausfall. Haarausfall ist also kein Symptom, sondern viel mehr eine Folge der Schuppenablösung.

Mehr zum Thema

27. April 2017
Babybene

Studie – Kopfgneis: Ein ölhaltiges Gel hilft sicher

Kopfgneis: Kopfschuppen bei Säuglingen Ein Beitrag von Frau Dr. rer. nat. Larissa Tetsch Bei Kopfgneis handelt es sich um eine harmlose Schuppenbildung der Kopfhaut, die bei […]
26. Juli 2016
säuglingspflege

Was Sie als Eltern wissen sollten: Die richtige Hautpflege bei Säuglingen

Hilfreiches Wissen und Tipps Ein Beitrag von Frau Dr. rer. nat. Larissa Tetsch Das Experteninterview zum Artikel mit Prof. Abeck finden Sie in dem digitalen Journal […]