Zusammenfassung

Die Mundhöhle ist durch das hohe Aufkommen an Keimen häufig Sitz von entzündlichen Veränderungen. Neben Bakterien, Viren und Pilzen können auch Erkrankungen des Immunsystems, Allergien oder Mangelerscheinungen Ursache von Entzündungen des Mundraumes sein. Durch verschiedene unterstützende Therapiemaßnahmen kann in der Regel rasch eine Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Auf einen Blick:

+ Auftreten In jedem Alter

+ Symptome Schmerzhafte Schwellung und Rötung der betroffenen Schleimhaut, evtl. Bläschenbildung

+ Einflussfaktoren Mangelnde Mundhygiene, Schwächung des Immunsystems, Stress, mechanische Reizungen der Mundschleimhaut, Nahrungsmittelunverträglichkeiten

+ Ansteckungsgefahr Je nach Ursache

Einführung

Entzündungen im Mund sind eine häufige, oft ungefährliche aber sehr schmerzhafte Erkrankung. Sie können verschiedene Ursachen haben, weshalb „Entzündungen im Mundraum“ als Oberbegriff eine Vielzahl an unterschiedlichen Erkrankungen zusammenfasst. Dieser Artikel soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über unterschiedliche Krankheitsbilder geben und Ihnen helfen, auf Entzündungen im Mund richtig zu reagieren. Detaillierte Informationen zu spezifischen Erkrankungen finden Sie in separaten Artikeln, beispielsweise über Aphthen.

Unser Mund bietet als Beginn des Verdauungssystems den idealen Nährboden für eine Vielzahl an Mikroorganismen. Bei vollständig gesunden Menschen liegen über 300 verschiedene Bakterien und Pilze in einem Gleichgewicht im Mund vor und bilden die sogenannte Mundflora. Wird dieses Gleichgewicht gestört, markiert das oft den Beginn einer Entzündung. Das Innere unseres Munds besteht überwiegend aus der Mundschleimhaut, einer stark durchbluteten, mehrschichtigen Hautschicht, die keine Hornhaut ausbildet. Auf eine Entzündung reagiert sie besonders empfindlich und wird, da sie zum Reden, Schlucken, Essen oder Trinken benötigt wird, immer wieder verschiedenen Reizen ausgesetzt. Daher gehen Entzündungen im Mundraum mit einem besonders hohen Leidensdruck für die Betroffenen einher.

Ursachen und Auslöser

Entzündungen im Mundraum treten in jeder Altersklasse auf. Als Ursachen kommen sowohl Bakterien, Viren als auch Pilze oder bestimmte Erreger-unabhängige Erkrankungen in Betracht.

Tabelle: Übersicht mit möglichen Ursachen für Entzündungen im Mundraum

UrsacheBeispiele
BakterienUnspezifische Entzündungen im Mund aufgrund mangelnder Zahnhygiene oder bereits beschädigter Mundoberfläche
VirenHand-Fuß-Mund-Krankheit (Coxsackie-Virus)
Mundfäule (Herpes-Simplex-Virus)
PilzeMundsoor
Erreger-unabhängige ErkrankungenImmunerkrankungen
Vitamin- oder Eisenmangel
Nahrungsmittelallergien

Die mit Abstand häufigsten Verursacher für Entzündungen im Mund sind Bakterien. Sie stecken in der Regel hinter allen Entzündungen, die sich auf Grund einer Hautbeschädigung – sei es durch den eigenen Biss auf die Zunge oder die Wange, den Verzehr von spitzen oder kantigen Nahrungsmitteln oder durch die Reibung von Zahnspangen oder Prothesen – ergeben. Durch die geschädigte Schleimhaut können die natürlich im Mund lebenden Bakterien in die Hautschicht eindringen, wodurch eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird. Doch auch ohne eine vorliegende Schädigung im Mundraum können Bakterien Entzündungen verursachen. Bei einer mangelhaften Mundhygiene vermehren sich die Bakterien in den Speiseresten zwischen den Zähnen oder dem Zahnersatz. Neben der Gefahr für die Zähne in Form von Karies steigt dadurch auch das Risiko, dass sich die Mundschleimhaut oder das Zahnfleisch entzünden können. Zusätzlich zu diesen Arten von bakteriellen Entzündungen im Mundraum existieren jedoch auch andere von Bakterien ausgelöste Infektionen, die als ein Symptom Entzündungen der Mundschleimhaut verursachen können. Dazu zählt beispielsweise das Bakterium Treponema pallidum, das vor allem über sexuellen Kontakt übertragen wird und die Syphilis auslöst.

Entzündungen im Mundraum, die von Viren verursacht werden, spielen vor allem bei kleinen Kindern eine große Rolle. Sie verursachen meist ein charakteristischeres Bild als bakterielle Infektionen. Beispiele für überwiegend im Kindesalter zu beobachtende virale Infekte sind die Mundfäule (Herpes-simplex-Virus) oder die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (Coxsackie-Virus). Das für die Mundfäule verantwortliche Herpes-simplex-Virus tragen 95% der Erwachsenen in Deutschland in sich. Ein Teil dieser Menschen leidet in gewissen Abständen an Herpes, wobei sich das Virus vorwiegend an der Lippe manifestiert. Die Mundfäule, in Fachkreisen als Stomatitis aphthosa oder Gingivostomatitis herpetica bezeichnet, tritt dagegen nur nach der Erstinfektion mit dem Virus auf, wodurch das gehäufte Auftreten im Kindesalter erklärt werden kann (in der Regel findet eine Herpes-Erstinfektion im Alter von unter fünf Jahren statt). Dass ebenso die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in dieser Altersgruppe so präsent ist, liegt daran, dass das Coxsackie-Virus nur bei nicht vollständig ausgebildetem Immunsystem ausbrechen und Symptome auslösen kann. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist symptomfrei und kann nur bei geschwächtem Immunsystem die für die Erkrankung typischen Flecken an den Händen und Füßen zusammen mit den Entzündungen im Mund auslösen. Solange bei Kindern das Immunsystem noch in der Entwicklung ist, bilden sie bei einer Infektion mit dem Coxsackie-Virus die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus. Da diese Infektion auch noch sehr ansteckend ist und die Kinder oft unter gleichaltrigen in Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden, kann sich die Infektion sehr schnell ausbreiten und viele Kinder infizieren.

Pilzerkrankungen im Mundraum treten gehäuft im Säuglingsalter auf. Sie weisen ein sehr charakteristisches Bild auf, fühlen sich für die Betroffenen wie ein pelziger Belag im Mundraum an und verursachen neben den Schmerzen durch die Entzündung einen unangenehmen Mundgeruch. Gerade Säuglinge haben häufig unter Pilzinfektionen zu leiden, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Wegen des Zusammenhangs zwischen Immunsystem und der Häufigkeit von Pilzinfektionen steigt die Anzahl dieser Infektionen bei Personen mit einer akuten Immunschwäche sowie bei Senioren wieder an, da die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems mit steigendem Alter nachlässt. Der häufigste Vertreter von Pilzinfektionen im Mundraum ist der Mundsoor, eine Infektion, die durch Hefepilze ausgelöst wird. Der Häufigste Vertreter dieser Hefepilze ist Candida albicans. Jeder Mensch wird im Lauf seines Lebens mit Hefepilzen in Kontakt kommen. Doch nur wenn dies zu Zeiten mit reduziertem Immunsystem geschieht, kommt es zu einer Vermehrung des Pilzes im Mundraum und zu einer sichtbaren Infektion zusammen mit einer Entzündung.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden Entzündungen im Mundraum überwiegend durch rezidivierende Aphthen verursacht. Die Ursachen für diese Erkrankung konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. Jedoch existieren bestimmte Einflüsse, die das Auftreten von Aphten begünstigen:

  • Ein genetischer Faktor, da rezidivierende Aphten familiär gehäuft auftreten
  • Ein geschwächtes Immunsystem, beispielweise ausgelöst durch Stress
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Eine mechanische Reizung der Mundschleimhaut
  • Die Wechselwirkung zwischen Mundschleimhaut und bestimmten chemischen Stoffen wie beispielsweise dem in manchen Zahnpasten enthaltenem Natriumlaurylsulfat
  • Eine hormonelle Ursache, da Frauen häufiger unter rezidivierenden Aphthen leiden als Männer

 

Mit der Bezeichnung rezidivierende Aphten werden nicht ansteckende, wiederkehrende lokale Entzündungen im Mundraum beschrieben. Aphthen entwickeln sich aus der anfänglich gereizten, roten Mundschleimhaut als weißliche Bläschen, die im weiteren Verlauf aufplatzen können. Mit steigendem Alter nimmt bei einer großen Zahl an Betroffenen die Häufigkeit, mit der sich spontan Aphthen bilden ab, bis bei vielen Betroffenen sogar eine Heilung von dieser Erkrankung beobachtet werden kann.

Die Personengruppe, die jedoch am häufigsten unter Entzündungen im Mundraum zu leiden hat, sind die Senioren. Häufig sind nicht perfekt sitzende Zahnprothesen oder Fehler bei der sorgfältigen Reinigung des Zahnersatzes die Ursachen für das Auftreten von Entzündungen in dieser Altersklasse. Doch auch ohne Prothesen nehmen mit steigendem Alter Einflüsse zu, die Entzündungen im Mundraum begünstigen. Viele Senioren müssen regelmäßig eine Reihe an Medikamenten einnehmen und diese Polymedikation bei gleichzeitiger altersbedingter Abnahme der Speichelproduktion, eines wichtigen natürlichen Reinigungsinstruments der gesamten Mundhöhle, machen die Mundschleimhaut anfälliger für Entzündungen.
Unabhängig von einem Erreger können Entzündungen im Mundraum jedoch auch durch eine fehlerhafte Ernährung, nicht bemerkte Allergien, einen Mangel an bestimmten Vitaminen oder bei bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen auftreten. Wegen der Vielzahl an Auslösern für Entzündungen im Mundraum muss zur sicheren Diagnose der genauen Erkrankung und zur Benennung einer möglichen Ursache der Beschwerden ärztlicher Rat eingeholt werden.

Symptome und Krankheitsverlauf

Entzündungen im Mundraum haben unabhängig von ihrem Auslöser einen sehr ähnlichen Krankheitsverlauf. Fast immer beginnen sie mit einer leichten Schwellung und Rötung der betroffenen Schleimhautregion, die bei Fremdkörperkontakt oder einer Bewegung teils sehr starke Schmerzen verursachen können. Entwickelt sich die Entzündung weiter, entsteht eine aphtoide Läsion. Wie der Name bereits verrät, verhält sie sich ähnlich wie eine Aphthe, kann jedoch auch bei den infektiösen Erkrankungen beobachtet werden und sollte daher nicht mit dem Erkrankungsbild der rezidivierenden Aphthen verwechselt werden.

Je nach Intensität der Entzündung und dem Ort ihres Auftretens beeinträchtigen Entzündungen im Mund das Essen und Trinken bis hin zum Schlucken und Sprechen.

In manchen Fällen verursachen Entzündungen im Mundraum neben den Schmerzen ein unangenehmes Brennen oder sie gehen mit Mundgeruch einher. Ist das Zahnfleisch von einer Entzündung betroffen, neigt es dazu leicht zu bluten. Zahnfleischentzündungen sollten nie längere Zeit ohne ärztliche oder zahnärztliche Kontrolle ertragen werden, da sich in der Folge das Zahnfleisch zurückbilden kann und dann ein Teil des Zahnhalteapparats verloren geht.

Diagnose und Differentialdiagnose

Entzündungen im Mundraum stellen keine einheitliche Erkrankung dar. Die Diagnose unterscheidet welche Auslöser für die Beschwerden in Betracht kommen und welcher Bereich im Mund von der Entzündung betroffen ist.
Allgemein werden die verschiedenen Erkrankungen meist per Blickdiagnose festgestellt. In den meisten Fällen reichen bereits die Symptome und die gewonnenen Informationen während des ärztlichen Gesprächs zur Diagnosestellung aus. Eventuell wird zur Erregerbestimmung ein Abstrich durchgeführt. Bei Verdacht auf nicht-infektiöse Ursachen für die Beschwerden bzw. zur Abklärung einer möglichen zugrundeliegenden Grunderkrankung kann eine Blutuntersuchungen angeraten werden.

Als Erreger von Entzündungen im Mundraum kommen sowohl Bakterien, Viren als auch Pilze in Betracht. Pilz- und Virusinfektionen zeigen häufig ein sehr charakteristisches Bild im Aussehen der Entzündungen oder bei den begleitenden zusätzlichen Symptomen. Dagegen besitzen bakterielle Infekte ein wesentlich diffuseres Bild. Neben spezifischen bakteriellen Infekten mit Schleimhautentzündungen können die bereits im Mund vorhandenen Bakterien bei mangelnder Zahnhygiene oder geschädigter Schleimhaut eine Entzündung auslösen. Diese Arten von Entzündungen werden in erster Linie anhand des Orts und des Umfangs der Entzündungen unterschieden:

Tabelle: Bezeichnung der Entzündung anhand Ort und Umfang des Auftretens

SymptomBezeichnung
Großflächige Entzündung der MundschleimhautStomatitis
Begrenzte Entzündung der MundschleimhautAphthe
Entzündung des ZahnfleischsGingivitis
Entzündung des ZahnhalteapparatesParodontitis

Für eine korrekte Diagnosenstellung und die Abklärung möglicher anderer Grunderkrankungen sollte bei wiederholten oder schweren Entzündungen sowie beim Auftreten anderer Krankheitssymptome immer ein Facharzt in die Beurteilung der Erkrankung eingebunden werden.

Therapie und Behandlung

Auch wenn es viele verschiedene Ursachen und Auslöser für Entzündungen im Mundraum gibt und einige Therapien an die Erreger angepasst sein müssen, wird grundsätzlich zunächst die Behandlung der Schmerzen sowie eine Unterstützung des Heilungsprozesses angestrebt. Da viele Entzündungen im Mundraum nach bis zu zwei Wochen von alleine wieder heilen, gibt es einen Teil an Betroffenen, die die Einschränkungen durch die Entzündung ohne jegliche Behandlung aussitzen. Das muss nicht sein, da zumindest die Beschwerden mit in Apotheken freiverkäuflichen Medikamenten effektiv gelindert werden können.

Über die Symptomlinderung hinausgehende Behandlungen hängen immer von der ärztlich diagnostizierten Ursache für die Erkrankung ab.

Tabelle: Allgemeine Behandlungsempfehlung bei Entzündungen im Mundraum

In jedem Falle: Schmerzbehandlung und Unterstützung bei der Wundheilung
Bakterielle UrsachenVirale UrsachenPilzerkrankung
Diese Infektionen heilen in der Regel innerhalb von maximal zwei Wochen zur Symptomfreiheit ab, weshalb weitere Maßnahmen nicht notwendig sind.

Nur in besonderen Fällen kann Ihr Arzt eine Behandlung mit Antibiotika verordnen.
Oft existiert noch keine Behandlungsoption, die über die Symptomlinderung hinausgeht.

In bestimmten Fällen können antivitale Medikamente (sogenannte Virostatika) von Ihrem Arzt eingesetzt werden.
Hat sich eine Pilzinfektion im Mundraum manifestiert, führt kein Weg an einer antimykotischen Behandlung vorbei, um die Besiedlung mit den Pilzen zurück zu drängen.

Zur Symptombehandlung gegen die Schmerzen können lokal wirksame Betäubungsmittel wie Lidocain (z.B. InfectoGingi) oder eventuell Polidocanol (z.B. Recessan) in Form eines Mundgels eingesetzt werden, die nach Kontakt zur Schleimhaut die Empfindlichkeit der dortigen Nervenstränge herabsetzen. InfectoGingi Mundgel besitzt den Vorteil, dass es als einziges Mundgel neben Lidocain auch Kamillen- und Salbeiextrakt als Wirkstoffe enthält und so zusätzlich auch die Regeneration der entzündeten Mundschleimhaut fördert.

Alternativ zu diesen Lokalanästhetika stehen Substanzen zur Verfügung, die eine Schutzschicht über der Läsionen erzeugen. Dazu zählen gerbstoffhaltige Produkte oder Präparate mit dem Wirkstoff Hyaluronsäure. Gerbstoffe entziehen dem Gewebe Flüssigkeit, wodurch die Haut oberhalb der Läsionen leicht austrocknet, weniger empfindlich wird und die Verletzungen vor einer weiteren Reizung schützen. Hyaluronsäure legt sich als eine schützende Schicht über die Mundschleimhaut und verringert auf diesem Weg die Empfindlichkeit der entzündeten Hautstellen.

Die Regeneration im Mundraum kann durch die Wirkung bestimmter Pflanzenextrakte unterstützt werden. Das bekannteste Beispiel für einen solchen wundheilungsfördernden Effekt besitzt die Kamillenblüte. Für Arzneimittel werden die Blüten in einer wässrig-alkoholischen Lösung extrahiert, wodurch sich die natürlichen Inhaltsstoffe wie Bisabolol, Matricin, Flavonoide und Schleimstoffe anreichern und nach Kontakt zu der gereizten Mundinnenfläche einen verstärkten antientzündlichen und die Regenration fördernden Effekt erzielen.
Andere Pflanzenextrakte, beispielsweise aus Salbeiblättern oder bestimmte ätherische Öle aus Pfefferminze oder Thymian, begünstigen ebenfalls die Regeneration der Schleimhaut, da sie eine antibakterielle Wirkung besitzen. Dies ist nicht nur bei Entzündungen hilfreich, die von Bakterien verursacht werden, sondern genauso empfehlenswert bei allen anderen Arten von Entzündungen. Bei bakteriellen Entzündungen bekämpfen antibakterielle Wirkstoffe die Erreger selbst. Bei anderen Ursachen für Entzündungen verhindern sie, dass zusätzlich zu den bereits vorhandenen Beschwerden auch noch Bakterien in die bereits geschädigte Mundschleimhaut eindringen und eine zusätzliche Infektion auslösen können. Alternativ zu natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffen mit antibakterieller Wirkung stehen synthetische antibakterielle Wirkstoffe wie Chlorhexidin zur Verfügung, um die Bakterienlast bei einer Entzündung im Mundraum zu reduzieren.

Je nach Intensität der Symptome oder der Diagnose Ihres Arztes können Ihnen weitere Substanzen empfohlen werden. Darunter fallen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, stark entzündungshemmende Präparate, die Steroide enthalten, unter bestimmten Voraussetzungen Antibiotika oder Virostatika oder antimykotische Wirkstoffe wie Nystatin oder Miconazol. Des Weiteren kann Ihnen ihr Arzt auch vorschlagen, besonders schmerzhaftes Gewebe im Mundraum gezielt zu verbrennen oder zu verätzen.

Welche Behandlung schlussendlich gewählt wird liegt sowohl an Ihrer Erkrankung als auch an der Schwere Ihrer Symptome. Einzelne gut sichtbare Läsionen können lokal behandelt werden. Dafür können punktgenau einsetzbare Mundgele eingesetzt werden, die speziell für die Anwendung auf der Mundschleimhaut entwickelt wurden. Je besser die Haftung dieser Gele ist, desto länger kann sich vor Ort die Wirkung entfalten. Dabei wird jedes Gel mit der Zeit durch den Speichel von der Schleimhaut abgewaschen, weshalb sie mehrfach am Tag aufgetragen werden müssen. Unter der Voraussetzung, dass die Anweisungen in den jeweiligen Packungsbeilagen beachtet werden, gilt das als völlig unbedenklich. Schwer zugängliche Läsionen, die nicht mit Mundgelen erreicht werden können, können mit einer Lösung zum Gurgeln behandelt werden. Der gesamte Mundraum wird dann mit den Wirkstoffen erreicht. Dabei gilt insbesondere für Kinder, dass Lösungen zum Gurgeln nur eingesetzt werden dürfen, wenn sie ohne Verschlucken wieder ausgespuckt werden können. Solche Lösungen kommen auch bei großflächigen Entzündungen in Betracht, die alternativ mit Tabletten und einer Wirkung auf den ganzen Körper behandelt werden können.

Prävention und Vorbeugung

Gegen die häufigsten Erreger von Entzündung im Mundraum, die Bakterien, ist eine gründliche Mundhygiene das A und O in der Prävention von Mundschleimhautentzündungen. Regelmäßiges Zähneputzen, kombiniert mit Mundwasser oder Spülungen, regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen und vor allem der Verzicht auf kleinere Snacks zwischen den Mahlzeiten verringern das Risiko, dass Überreste von Mahlzeiten den Bakterien als Ausgangspunkt für eine Entzündung dienen können.
Da viele Entzündungen im Mund mit einem eingeschränkten oder reduzierten Immunsystem im Zusammenhang stehen, gilt die Stärkung des Immunsystems als ein weiterer Faktor in der Prävention von diesen Erkrankungen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Vitamine und Spurenelemente sowie Bewegung an der frischen Luft und sportliche Aktivität gelten als Orientierung zur Stärkung des Immunsystems.
Personen mit einer Neigung zu Zahnfleischentzündungen sollten ihre Ernährung leicht anpassen und regelmäßig nitrathaltige Rohkost zu sich nehmen. Eine aktuelle Studie konnte zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Rucola oder rohem Spinat, zwei Beispiele für nitrathaltige Nahrungsmittel, die bakterielle Belastung im Mundraum reduzieren konnte und die Häufigkeit von Entzündungen abnahm.

Kündigt sich eine Entzündung bereits durch Kribbeln oder ein Ziehen im Mund an, hilft es bereits die Nahrungsaufnahme auf beruhigende und gekühlte Produkte umzustellen. Fruchtsäfte oder säurehaltige Produkte sollten ebenso gemieden werden, wie stark gewürzte Nahrungsmittel. Gekühltes Wasser oder kalte Tees, weiche Nahrung oder Eis können in manchen Fällen das Schlimmste verhindern und den Verlauf der Entzündung bereits im Vorfeld deutlich abmildern.

Therapieempfehlungen der derma.plus Experten

Für die Selbstmedikation über die Apotheken empfehlen wir bei Entzündungen im Mundraum InfectoGingi®. Dieses Mundgel enthält Kamillenblüten- und Salbeiblätterextrakt sowie das Lokalanästhetikum Lidocain. Damit wirkt es wundheilungsfördernd (Kamille), antibakteriell (Salbei) und schmerzstillend (Lidocain) in einem und bringt eine hervorragende Haftung mit, weshalb InfectoGingi® nur viermal am Tag aufgetragen werden muss.

Befindet sich die Entzündung an einer schwer zugänglichen Stelle oder großflächig verteilt im gesamten Mund, empfehlen wir eine Mundspüllösung mit Hyaluronsäure (Aftamed Mundspülung oder Mundspray). Diese legt sich über die Mundschleimhaut und reduziert die Empfindlichkeit der Entzündung und unterstützt den Regenerationsprozess.
Bei bestimmten Erkrankungen reicht die Behandlung der Entzündung nicht aus und das eingesetzte Arzneimittel muss an den Erreger angepasst werden. Beispielsweise müssen Pilzinfektionen mit antimykotisch wirksamen Arzneimitteln behandelt werden. Aus diesem Grund sollte bei einer unklaren Ursache für die Entzündung, weiteren Symptome neben Entzündungen im Mundraum oder einer schweren Entzündung vor Beginn der Selbstmedikation eine ärztliche Diagnose eingeholt werden. Ein Arzt sollte ebenfalls aufgesucht werden, wenn sich unter der empfohlenen Behandlung der Entzündung nicht innerhalb von wenigen Tagen eine Besserung der Symptome einstellt. Nach der erfolgreichen Diagnose kann Ihr Arzt die Behandlung um im Abschnitt Therapie erwähnte verschreibungspflichtige Arzneimittel anpassen.

Entzündungen im Mundraum
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Literatur

hier aufklappen für Quellenangaben

 

Letzte Aktualisierung: 05.12.2016